Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit der Regierung von Oberbayern

Nr. 57 / Freitag, 19. September 2008

’Bayerns schönste Geotope’
Arzberg im Altmühltal: Malmschichten mit dem Geo-Gütesiegel ausgezeichnet

Regierungpräsident Hillenbrand bei Festakt: „Arzberg“ im Altmühltal ab sofort in Bayerns Bestenliste der „100 schönsten Geotope"

Quelle: LfU
(Beilngries) +++ Die „Malmschichten am Arzberg“ wurden am heutigen bundeswei-ten Tag des Geotops vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) prämiert und gehören damit offiziell zu den 100 bedeutendsten geologischen Naturwundern Bay-erns. „Geotope sind natürliche Archive und Labore“, erklärte Regierungspräsident Christoph Hillenbrand heute beim Festakt. „Durch sie können wir die Gegenwart verstehen und zukünftige Ereignisse besser einordnen. Der Geotopschutz trägt da-zu bei, dass der Reiz unserer einmaligen oberbayerischen Landschaft erhalten bleibt; denn das was wir kennen und verstehen, schätzen und bewahren wir auch. Die Steinbruchwand am Arzberg ist ein Lesebuch der Erdgeschichte“ Der Arzberg bietet nicht nur durch seine Landschaft einmalige Einblicke in die Erdgeschichte. Eine 70 Meter hohe Felswand im Bereich eines ehemaligen Steinbruchs zeigt hun-derte über einander liegende Schichten aus Kalkstein. Sie wurden die in der Zeit des Malms vor etwa 150 Millionen Jahren in einem tropisch warmen Meer abgela-gert. An an diesem Wochenende wurden anlässlich des Tags des Geotops bayern-weit vier Geotope in das Programm „Bayerns schönste Geotope“ aufgenommen. Mit dem Arzberg erhielt zum 15. Mal ein oberbayerisches Geotop die begehrte Aus-zeichnung. +++

Am Arzberg kann man die geschichteten Kalk- und Mergelgesteine des Malms di-rekt an der Oberfläche sehen: Ein Steinbruch brachte zutage, was unter natürlichen Bedingungen keine Felsen formt und daher kaum an der Oberfläche zu sehen ist. Daher wurden hier die Malmschichten seit langem intensiv erforscht: Die Eigen-schaften der einzelnen Schichten, ihr Fossilinhalt und ihre typische Abfolge brachten den Geologen Erkenntnisse über die Entwicklung der Tierwelt und der Lebensbe-dingungen im damaligen Meer. Heute wird die Schichtfolge sogar als „Arzberg-Formation“ bezeichnet, weil hier besonders große Teile der Schichtfolge studiert werden konnten und sich die Ergebnisse auch auf umliegende Gebiete übertragen ließen.

Der Arzberg ist Europas größter „Durchbruchsberg“: ein freistehender Berg zwi-schen tiefen Tälern, die ihn von der Albhochfläche abtrennen. Sie entstanden durch Flussverlagerungen in der jüngeren Erdgeschichte. Im Süden und Osten liegt das Altmühltal, das bis vor etwa 70.000 Jahren von der Urdonau durchflossen wurde. Im Norden liegt das Ottmaringer Trockental, in dem heute der Main-Donau-Kanal ver-läuft. Die Sulz, die dieses Tal geschaffen hatte, durchbrach während der letzten Eiszeit am Westrand des Arzbergs den Felsriegel zwischen Ottmaringer- und Alt-mühltal und schuf so den freistehenden Durchbruchsberg.

Ein Gremium von Fachleuten des LfU – der obersten Fachbehörde für Geologie, Natur, Wasser und Umwelt – und der Umweltverwaltung wählt die Geotope aus, die in die Bestenliste aufgenommen werden. Für jeden Geotop bieten Internet-Informationen und Faltblätter in den Fremdenverkehrsämtern der Gemeinden um-fassende Erläuterungen. Hinweisschilder an den Wanderwegen leiten die Besucher zu den Naturschätzen und den dortigen Informationstafeln.

Seit 1985 werden Geotope im Freistaat systematisch erfasst. Über 2.900 Einträge umfasst der GEOTOPKATASTER BAYERN des Bayerischen Landesamts für Um-welt. Weitere Informationen hierzu unter: http://www.geotope.bayern.de und in der neu erschienenen Broschüre „Geotope in Oberbayern“.



Redaktionelle Hinweise:
Weitere Informationen zu den Malmschichten am Arzberg im Internet unter
http://www.lfu.bayern.de/

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