PRESSEMITTEILUNG

Nr. 23 / Donnerstag, 17. November 2005

Naturschutz
Natur-Inventur für das Ostallgäu

Neues Arten- und Biotopschutzprogramm fertiggestellt

Herbert Preiß vom LfU übergibt das neue Arten- und Biotopschutzprogramm für das Ostallgäu an Landrat Johann Fleschhut
Herbert Preiß vom LfU übergibt das neue Arten- und Biotopschutzprogramm für das Ostallgäu an Landrat Johann Fleschhut (Quelle: LRA Ostallgäu)
(Marktoberdorf) +++ Zwei Jahre hatten die Fachleute Natur-Inventur im Landkreis Ostallgäu gemacht, nun liegen die Ergebnisse vor. Sie sind zusammengefasst im neuen Band des Arten- und Biotopschutzprogramms, der heute in Marktoberdorf vorgestellt wurde. Ergebnisse, die sich sehen lassen können: "Viele wertvolle Lebensräume sind im Landkreis noch erhalten und sind Kerngebiete für ein landesweites Biotopnetzwerk", sagte Herbert Preiß vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU), der den neuen Band an Landrat Johann Fleschhut übergab. Das Arten- und Biotopschutzprogramm ist eine wichtige Datengrundlage und Planungshilfe für die Naturschutzbehörden, Gemeinden und Verbände im Landkreis. Es bietet nach den Worten des LfU-Fachmanns "fachliche Entscheidungsgrundlagen für eine nachhaltige Entwicklung ohne Bevormundung und greift nicht in die Planungshoheit ein". Ausgewertet wurden mehr als 9000 Biotopflächen und über 2000 Tier- und Pflanzenarten. Das LfU betreut das Programm bayernweit, die Naturschutzfachleute des Landratsamtes waren am neuen Band für das Ostallgäu beteiligt. Das erste Arten- und Biotopschutzprogramm für den Landkreis wurde vor mehr als 15 Jahren fertiggestellt. +++

Fast neun Prozent der Landkreisfläche wurden als Biotope kartiert. Der bayernweite Durchschnitt in den Landkreisen liegt bei vier Prozent. Unter den mehr als 9000 Biotopen des Landkreises sind nicht nur landesweit bedeutende Highlights und Naturschutzprojekte, sondern auch eine Vielzahl kleiner, oft unscheinbarer Flächen, die oft Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind. Besonders zahlreich im Landkreis sind die Moorbiotope und die Streuwiesen. Eines der besonders wichtigen Gebiete, die gesamte Günz, ist als Biotopverbundprojekt eines der bayerischen Vorzeigeprojekte im Naturschutz. Erst kürzlich wurde dort die gemeinnützige Stiftung "KulturLandschaft Günztal" ins Leben gerufen. Ihre Erträge werden für den Naturschutz und die Landschaftspflege der Günz eingesetzt.

Faktenkasten Arten- und Biotopschutzprogramm

  • Das Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) ist ein Fachkonzept des Naturschutzes. Es analysiert und bewertet auf der Grundlage der Biotopkartierung und der Artenschutzkartierung alle Flächen, die für den Naturschutz wichtig und erhaltenswert sind und leitet aus den Ergebnissen Ziele und Maßnahmenvorschläge ab. Das ABSP wird seit 20 Jahren für die Landkreise erarbeitet und angewendet, das LfU koordiniert die Arbeiten. Sie werden in ganz Bayern nach einem einheitlichen Standard von freien Planungsbüros und Spezialisten im Auftrag des LfU durchgeführt.
  • Biotope sind Lebensräume für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Sie sind zudem für den Naturhaushalt und den Menschen von besonderer Bedeutung. In der Biotopkartierung werden die für den Naturschutz wichtigen Flächen im Gelände und die dort wachsenden Pflanzen erfasst.
  • Im der Artenschutzkartierung werden die Fundorte und Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten erfasst.
  • Die Ergebnisse des ABSP sind wichtige Grundlagen für die Naturschutzbehörden und für die Kommunen, zum Beispiel bei der Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Auch Planungsbüros und wissenschaftliche Einrichtungen nutzen die Daten.



Redaktionelle Hinweise:
Weitere Infos zum Arten- und Biotopschutzprogramm unter www.lfu.bayern.de, Rubrik "Natur". Die Texte des neuen Landkreis-Bandes können gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro als CD-ROM beim LfU bestellt werden.

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