PRESSEMITTEILUNG

Nr. 62 / Freitag, 07. September 2007

Bayerns schönste Geotope
Oberpfalz: ’Glimmerschiefer am Osser’ im Oberen Bayerischen Wald ab sofort in Bestenliste der 100 schönsten Geotope Bayerns

Wolfgang Lazik, Amtschef des Bayerischen Umweltministeriums, bei der Verleihung des Geotop-Gütesiegels: Eindrucksvolle geologische Besonderheit

Quelle: LfU
(Lam) +++ Die ’Glimmerschiefer am Osser’ im Lamer Winkel (Landkreis Cham) wurden heute in die Bestenliste der 100 schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. "Der Osser ist ein ganz besonderer Berg, der im Gegensatz zu den anderen Bergen im Umland nicht aus Graniten oder Gneis, sondern aus den in Bayern seltenen Glimmerschiefern besteht.", sagte Wofgang Lazik, Amtschef des Bayerischen Umweltministeriums bei der Übergabe des Geotop-Gütesiegels an die Marktgemeinde und die Bergwacht Lam. "Die Verwitterung schuf hier bizarre Formen, die nirgendwo in Bayern eindrucksvoller sind", so Lazik weiter. Geotope sind bemerkenswerte Werke der Natur, deren Attraktivität es zu erhalten und touristisch sowie naturschutzfachlich zu nutzen gilt. Einschließlich der Glimmerschiefer am Osser wurden bislang insgesamt 58 Objekte mit dem Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet, davon sechs in der Oberpfalz. In die Bestenliste wurden dort bereits der Burgberg Falkenberg, der Pingartener Porphyr, der Basaltkegel Hoher Parkstein, der Kreuzberg Pleystein und der Schutzfelsen Pentling aufgenommen. +++

Für jeden Geotop bieten Internet-Informationen und Faltblätter in den Fremdenverkehrsämtern umfassende Erläuterungen. Hinweisschilder an den Wanderwegen leiten die Besucher zu den Naturschätzen und den dortigen Informationstafeln. Einheimische und Touristen haben so die Möglichkeit alles Wissenswerte über die Geologie unserer steinalten Naturschätze ’mitzunehmen’.

Nur wenige "Orte auf der Erdoberfläche" (Geotope) ermöglichen es, das Wissen über die Entstehung unserer Erde und die Entwicklung des Lebens auf ihr zu gewinnen und zu vermehren. Geotope werden im Freistaat seit 1985 systematisch erfasst. Bisher wurden rund 2.800 vom Geologischen Landesamt (jetzt: Bayerisches Landesamt für Umwelt) detailliert beschrieben und im GEOTOPKATASTER BAYERN aufgenommen. Weitere Informationen hierzu unter: www.geotope.bayern.de Ein Gremium von Fachleuten des LfU – der obersten Fachbehörde für Geologie, Natur, Wasser und Umwelt - und der Umweltverwaltung wählt die 100 Geotope aus, die in die Bestenliste aufgenommen werden.

Fakten-Kasten zum Geotop ’Glimmerschiefer am Osser’

  • Vor etwa 440 Millionen Jahren wurden in einem Meeresbecken Tone und Sande abgelagert, die sich später zu Ton- oder zu Sandstein verfestigten.
  • Vor rund 300 Millionen Jahren kam es durch die Kollision verschiedener Kontinente, ähnlich wie später bei den Alpen, zur Bildung eines Gebirges. Dabei gelangten die Gesteine in Tiefen von etwa zehn bis15 Kilometer. Unter dem hohen Druck und Temperaturen von 550 bis 600 Grad bildeten sich in den Gesteinen neue Minerale, wie die Glimmer. Aus den ehemaligen Tonsteinen entstanden die Glimmerschiefer, die heute an den Gipfelfelsen von Großem und Kleinem Osser vorkommen.
  • Später wurde das Gebirge stark gehoben und die ehemals tief versenkten Gesteine des Osser-Massivs gerieten durch die gleichzeitige Erosion wieder an die Erdoberfläche. Die Verwitterung ließ schließlich die bizarren Felsformen der Glimmerschiefer entstehen.



Redaktionelle Hinweise:
Weitere Informationen zum ’Glimmerschiefer am Osser’ im Internet unter
http://www.geologie.lfu.bayern.de/geotope/geotopeBayernsSchoenste/59.html

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