PRESSEMITTEILUNG

Nr. 56 / Dienstag, 14. August 2007

Zweite Internationale Donaumessfahrt
Die Donau mit Argusaugen betrachten

Am 14. August starten das Laborschiff Argus und zwei Begleitschiffe in Regensburg. LfU-Experte Wolfgang Kraier wird auf der internationalen Donaumessfahrt der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau die Gewässerstruktur untersuchen.

Laborschiff ARGUS
Laborschiff ARGUS (Quelle: ICPDR)
(Augsburg) +++ Ein Auge auf die Donau haben – „Watch your Danube“ – ist das Motto der zweiten internationale Donaumessfahrt, die am 14. August in Regensburg startet. Das Laborschiff Argus und zwei weitere Schiffe werden bis Ende September die Donau bis zum Donaudelta in Rumänien hinunterfahren. Neben chemischen und biologischen Untersuchungen steht diesmal auch die Gewässerstruktur im Blickpunkt der Forscher: „Für die Lebewesen ist zum einen natürlich die Sauberkeit des Wassers wichtig. Darüber hinaus jedoch“ betont LfU-Experte Wolfgang Kraier, „brauchen sie auch bestimmte Strukturen in ihrem Lebensraum, um Nahrung oder Laichplätze zu finden und Jungtiere aufzuziehen.“ Daher richtet er sein Augenmerk vor allem auf die Uferzonen, auf Auen, Altarme, Querbauwerke, Befestigungen und auf die Gestaltung des Flussbettes. „Je naturnäher ein Fluss ist, desto mehr Lebensmöglichkeiten für Pflanzen und Tiere bietet er – aber auch mehr Erlebnismöglichkeiten für den Menschen“ erläutert Kraier sein Anliegen.
Die erste Donaumessfahrt 2001 dokumentierte den Reichtum an biologischer Vielfalt und das Auftreten vieler seltener Arten, zeigte aber auch Gefährdungspotenziale: organische und mikrobiologische Verschmutzungen, Belastung mit Schwermetallen, Ölen, Pestiziden oder Chemikalien in einigen Donauabschnitten und vor allem in vielen Nebenflüssen. Die zweite Messfahrt soll die Entwicklung der letzten Jahre begutachten. Ein internationales Projekt für einen internationalen Fluss: Alle Anrainerstaaten von Deutschland bis zur Ukraine haben sich für dieses Projekt zusammengetan – über die Grenzen der EU hinaus. 95 Messpunkte entlang des Flusses sollen untersucht werden, elf große Nebenflüsse werden miteinbezogen. Im bayerischen Donauabschnitt werden zusätzliche Experten des LfU und der Wasserwirtschaftsämter Vergleichsuntersuchungen durchführen. Insbesondere werden die LfU-Labore bakteriologisch-hygienische Belastung sowie die Verschmutzung durch spezielle Industrie-Chemikalien analysieren. Biologen der Wasserwirtschaftsverwaltung werden landseitig die Besiedlung von Gewässesohle und Ufer kartieren. Die Untersuchungen entsprechen den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die neben dem guten biologischen und chemischen Zustand auch eine gute Gewässerstruktur fordert.



Redaktionelle Hinweise:
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau unter: http://www.icpdr.org/JDS

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