Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV)

Nr. 18 / Donnerstag, 07. Mai 2015

Vogelschutz
Nestbau abgeschlossen – Kooperation von LfU und LBV beim Vogelschutz bekräftigt

Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen energetisch saniert

(v.li.n.re.)  LfU-Präsident Claus Kumutat und LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer vor der neu sanierten Vogelschutzwarte
(v.li.n.re.) LfU-Präsident Claus Kumutat und LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer vor der neu sanierten Vogelschutzwarte (Quelle: LfU)
+++ Ein Jahr nach Beginn der Arbeiten an der Außenfassade ist die energetische Sanierung der Vogelschutzwarte des Landesamtes für Umwelt (LfU) in Garmisch-Partenkirchen abgeschlossen. "Energie zu sparen und die Energieeffizienz zu steigern, zählen zu den Schlüsselfaktoren einer erfolgreichen Energiewende", betont LfU-Präsident Claus Kumutat anlässlich der Fertigstellung der Maßnahmen durch das Staatliche Bauamt Weilheim. Rund 40 Prozent des Gesamtenergieeinsatzes und 35 Prozent der CO2-Emissionen Bayerns entfallen auf den Gebäudesektor. "Grund genug für das LfU, das über 55 Jahre alte Dienstgebäude zu sanieren", so Kumutat. Auch Dr. Norbert Schäffer, seit Dezember 2014 Erster Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV), zeigt sich bei seinem Antrittsbesuch in der Vogelschutzwarte erfreut über den Abschluss der Maßnahmen. "Neben unserer bayernweiten Kooperation arbeiten wir in der Vogelschutzwarte buchstäblich unter einem Dach zusammen", erklärt Schäffer mit Blick die intensive Zusammenarbeit mit dem LfU und die teilweise Nutzung des Gebäudes durch die LBV-Regionalgruppe der Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau. LfU und LBV sind seit Jahrzehnten in gemeinsamen Projekten und Veranstaltungen für den Artenschutz in Bayern tätig. "Diese fruchtbare Zusammenarbeit von amtlichem und ehrenamtlichem Naturschutz für den Erhalt heimischer Biodiversität wollen wir auch künftig intensiv fortsetzen", so Schäffer. Kumutat dankt dem LBV für sein breites Engagement für den Vogelschutz, insbesondere auch bei der Vogelzählung: "Die Erkenntnisse aus dem Monitoring sind eine maßgebliche fachliche Grundlage für wirksamen Vogelschutz. Ohne das ehrenamtliche Engagement des LBV wäre die flächendeckende Erfassung nicht möglich". +++

Die beiden bayerischen Brutvogelatlanten aus den Jahren 2005 und 2012 wurden unter maßgeblicher Beteiligung des LBV erstellt und gemeinsam veröffentlicht. Aktuell sind die Ergebnisse der Zusammenarbeit in den kürzlich erschienenen "Atlas deutscher Brutvogelarten (ADEBAR)" des Dachverbands Deutscher Avifaunisten eingeflossen. Das neueste Monitoring-Programm hat die Alpenvögel im Blick: bis Mitte Juli werden in den kommenden Wochen Mauerläufer, Zitronenzeisig und andere relevante Alpenvögel in den Allgäuer Hochalpen und im Karwendelgebirge gezählt. Eine enge Zusammenarbeit erfolgt auch bei der Umsetzung gezielter Artenschutzmaßnahmen: In der Vergangenheit wurde etwa das Aussterben von Weißstorch und Wanderfalke durch zwei erfolgreiche Artenhilfsprogramme verhindert.

Informationen zur Vogelschutzwarte


Die Vogelschutzwarte wurde 1909 als Staatliche Bayerische Station für Vogelschutz in Bamberg gegründet und bereits 1931 nach Garmisch-Partenkirchen verlegt. Seit dem Jahr 1959 befindet sich die bayerische Vogelschutzwarte am heutigen Standort oberhalb von Partenkirchen am Südhang des Wank.
Die Gebäudesanierung erfolgte im Rahmen des Sonderprogrammes für die "Energetische Sanierung staatlicher Gebäude" des Klimaprogramms Bayern 2020. Planung, Ausschreibung Vergabe und Objektüberwachung erfolgten durch das Staatliche Bauamt Weilheim. Der Austausch der bisherigen Ölheizung und Einbau einer Heizung auf Basis regenerativer Energie (Holzpellets) vor zwei Jahren war ein erster wichtiger Schritt zur Verbesserung der Energieeffizienz. Mit der im Mai 2014 begonnenen und nun abgeschlossenen Sanierung der Außenfassade durch den Einbau von neuen Fenstern mit dreifacher Wärmedämmverglasung sowie der Isolierung der Außenmauern mit einer hinterlüfteten, wärmegedämmten Holzfassade können nun insgesamt jährlich 140.324 kWh/a Endenergie eingespart werden, was einer jährlichen Einsparung von 44.000 kg CO2 und knapp 12.000€ an Energiekosten entspricht. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf rund 568.000€, wovon knapp 60% durch das Sonderprogramm "Energetische Sanierung staatlicher Gebäude" finanziert wurden.
Zentrale Aufgabenschwerpunkte der Vogelschutzwarte liegen in der Initiierung und Durchführung von Artenhilfsprogrammen, der Erarbeitung von Konzepten und Maßnahmen zum Vogelschutz sowie in der Koordination des bayernweiten Vogelmonitorings und der Sammlung und Bereitstellung von vogelkundlichen Informationen aus ganz Bayern.

Weitere Informationen zur Vogelschutzwarte.

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