PRESSEMITTEILUNG

Nr. 33 / Mittwoch, 30. Juli 2014

Naturschutz
Biotope im Stadtgebiet Memmingen werden erfasst

Stadt und Landesamt für Umwelt bitten private Grundstücksbesitzer um Unterstützung und Verständnis

+++ Nach über 25 Jahren werden die wertvollen Biotope und Lebensräume im Memminger Stadtgebiet zum zweiten Mal genau unter die Lupe genommen. Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU): "Die Biotopkartierung ist eine wichtige Grundlage für die Arbeit von Naturschutzbehörden, Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie erstellen auf Grundlage der Daten unter anderem Landschafts- und Grünordnungspläne." Die Kartierung findet im Auftrag der Stadt Memmingen und des LfU statt. Sie umfasst auch die Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und ist somit bedeutsam für die Managementplanung in den FFH-Gebieten und für die Berichte an die Europäische Union. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger bittet deshalb die Grundstücksbesitzer im Namen der Stadt Memmingen, die eigens dafür ausgebildeten Kartierer bei ihrer Arbeit zu unterstützen und ihnen Zutritt zu den Grundstücken zu gewähren. +++

Bei der Kartierung werden auch spezifisch städtische Biotoptypen, wie z.B. Parks oder Alleen, erfasst. Ein Beispiel für einen besonders wertvollen Biotopkomplex mitten in der Stadt ist der Alte Friedhof mit vielen Laubbäumen und extensivierten Wiesen. Die Geländearbeiten werden von einem Fachbüro aus Landsberg durchgeführt und dauern bis Herbst 2015.
Die Ergebnisse der Kartierung stehen voraussichtlich im Sommer 2016 zur Verfügung. Die Kosten von rund 47.000 Euro für die neue Natur-Inventur teilen sich der Freistaat Bayern und die Stadt Memmingen im Verhältnis 60 zu 40.

Nähere Informationen erhalten Sie bei Herrn Schnug vom Garten- und Friedhofsamt der Stadt Memmingen unter Tel. 08331/850-551 oder unter:
gartenamt@memmingen.de

Fakten zur Biotopkartierung

Die Biotopkartierung liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung. In den kreisfreien Städten teilen sich die Stadt und der Freistaat die Kosten für die Kartierung.

Die Biotope werden im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden. In der letzten Kartierung in Memmingen wurden 318 Biotope mit einer Fläche von etwa 360 Hektar erfasst.



Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie unter:
www.lfu.bayern.de/natur
und
gisportal-umwelt2.bayern.de/finweb

Downloads

PDF-Datei zur Pressemitteilung