PRESSEMITTEILUNG

Nr. 29 / Donnerstag, 26. Juni 2014

Natur
Biotope im Landkreis Schwandorf unter der Lupe

Natur-Inventur als wichtige Grundlage für Naturschutz

+++ Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt untersuchen Fachleute zum zweiten Mal nach über 25 Jahren detailliert die wertvollen Biotope und Lebensräume im Landkreis Schwandorf. "Die Natur-Inventur ist wichtig für die Erstellung von Landschafts- und Grünordnungsplänen. Sie schafft die Grundlage für die Arbeit von Naturschutzbehörden, Kommunen und Planungsbüros", betont Claus Kumutat, Präsident des LfU, zu Beginn der Arbeiten. Die Kartierung umfasst auch die Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und ist somit bedeutsam für die Managementplanung in den FFH-Gebieten. Zum Erfolg der Biotopkartierung sind die Fachleute auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen: "Bitte gewähren Sie den Kartierern Zutritt zu Ihren Grundstücken. Nur dann wird die Natur-Inventur ein Erfolg", so Kumutat. +++

Das Biotopspektrum im Landkreis ist vielseitig und reicht von den tief gelegenen blütenreichen Trockenhängen der Naab, den Feuchtlebensräumen der Bodenwöhrer Senke bis hin zu den hochgelegenen bodensauren Magerrasen, Flach- und Hochmooren des Oberpfälzer Waldes. Viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie Moorfrosch, Gewöhnliche Küchenschelle oder Berg-Wohlverleih finden hier ihren Lebensraum.

Die Geländearbeiten werden von der Kartiergemeinschaft OBK Schwandorf, einem Zusammenschluss fünf erfahrener Kartierer unter Leitung von Herrn Dipl. Geoökologen Rudolf Necker aus München durchgeführt und dauern bis Herbst 2015. Die Ergebnisse stehen voraussichtlich im Sommer 2016 zur Verfügung. Über 300.000 Euro stellt der Freistaat für die erneute Kartierung im Landkreis zur Verfügung. Bei der letzten Inventur wurden 1.525 Biotope mit einer Fläche von ca. 4.230 Hektar erfasst. Dies entspricht einem Biotopanteil von etwa 3 Prozent.

Fakten zur Biotopkartierung

Die Biotopkartierung liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Die Biotope werden im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Außerhalb der Alpen sind rund vier Prozent der Landesfläche seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden.



Weitere Informationen
www.lfu.bayern.de/natur
fisnat.bayern.de/finweb

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