PRESSEMITTEILUNG

Nr. 28 / Donnerstag, 26. Juni 2014

Natur
Aktualisierung der Biotopkartierung im Landkreis Forchheim

Natur-Inventur als wichtige Grundlage für Naturschutz

+++ Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Forchheim nehmen Fachleute die Biotope im Landkreis Forchheim unter die Lupe. Zum zweiten Mal nach über 25 Jahren werden die wertvollen Biotope und Lebensräume im Landkreis detailliert untersucht. Der Präsident des LfU, Claus Kumutat, unterstreicht die Bedeutung der Biotopkartierung: "Die Natur-Inventur ist Grundlage für die tägliche Arbeit von Naturschutzbehörden, Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen." Die Kartierung umfasst auch die Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und ist somit bedeutsam für die Managementplanung in den FFH-Gebieten. "Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Natur-Inventur können private Grundstückseigentümer leisten, indem sie den Kartierern Zutritt zu ihren Grundstücken gewähren", so Kumutat. +++

Von besonderer Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt sind u.a. die vielen Felsbiotope, Wacholderheiden, Kalk-Magerrasen und Quellen der Fränkischen Schweiz. Zudem kennzeichnen ausgedehnte Streuobstbestände und Bäche, die sich durch idyllische Wiesentälchen schlängeln, die Landschaft. Eine Besonderheit sind beispielsweise auch die Sandmagerrasen im Regnitztal, die einer Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, wie Berg-Sandglöckchen, Sand-Grasnelke oder Blauflügelige Ödlandschrecke, Lebensraum bieten.

Die Geländearbeiten werden vom Planungsbüro ifanos Landschaftsökologie unter der Leitung von Frau Dr. Gudrun Mühlhofer durchgeführt und bis Herbst 2015 abgeschlossen. Die Ergebnisse der Kartierung stehen voraussichtlich im Sommer 2016 zur Verfügung. Über 130.000 Euro stellt der Freistaat für die neue Natur-Inventur im Landkreis Forchheim zur Verfügung. In der letzten Kartierung wurden ca. 1.200 Biotope mit einer Gesamtfläche von rund 3.000 Hektar erfasst. Dies entspricht einem Biotopanteil von 4,6 Prozent.

Fakten zur Biotopkartierung

Die Biotopkartierung liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Die Biotope werden im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden.



Weitere Informationen
www.lfu.bayern.de/natur
fisnat.bayern.de/finweb

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