PRESSEMITTEILUNG

Nr. 19 / Mittwoch, 30. April 2014

Bodenschutz
Auszeichnung für Unterfranken: Gipsreicher Weinbergsboden bei Castell ist „Boden des Jahres“

„Vor Ort viel ehrenamtliches Engagement für den Schutz des Bodens“

+++ Bayerns Boden des Jahres 2014 ist der gipsreiche Weinbergsboden im unterfränkischen Castell. Dies gab Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, heute anlässlich der Prämierung in Castell (Landkreis Kitzingen) bekannt. Kumutats Begründung für die Wahl: „Die Böden bei Castell entstanden aus Gesteinen des sogenannten Gipskeuper, die vor rund 220 Millionen Jahren durch Eindampfung von Meereswasser ausgefällt wurden. Der ungewöhnlich mineralreiche Boden ist deshalb durchsetzt mit Gips und Alabaster. Solch ein besonderer Boden bringt einen charakteristischen Wein hervor.“ Ein weiterer Grund für die Auszeichnung sei, so Kumutat, dass vor Ort viel ehrenamtliches Engagement in den Bodenschutz gesteckt wird. „In Castell können sich Groß und Klein entlang eines Wanderwegs über den Boden informieren. Gruben und Aufgrabungen machen die normalerweise unsichtbaren, tiefer liegenden Bodenschichten unter unseren Füßen erleb- und begreifbar; Informationstafeln geben Auskunft zu Entstehung und Besonderheiten.“ Die Bodenstation Castell wurde in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Winzer errichtet. +++

Eine weitere Besonderheit der Casteller Böden, auf denen seit Jahrhunderten Weinstöcke gedeihen, ist deren tiefgründige Durchmischung. Die Böden wurden von den Winzern oftmals bis zu einem Meter Tiefe umgegraben – das sogenannte ‚Rigolen‘. Ziel des Rigolens ist, den jungen Rebstöcken eine verbesserte Wasser- und Nährstoffversorgung zu bieten, grobe Gesteinsbrocken zu entfernen und gegebenenfalls vorhandene Verdichtungen zu lockern. Zudem beherbergen diese gipsreichen Böden oft seltene Pflanzen wie die gelbe Weinbergstulpe, die im Frühjahr üppig in den Weinbergen blühen.
Der Boden des Jahres ist eine gemeinsame Aktion der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft und des Bundesverbandes Boden. Er wird seit 2005 jährlich ausgewählt. 2014 fiel die Wahl auf den Weinbergsboden.

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