PRESSEMITTEILUNG

Nr. 41 / Montag, 21. Oktober 2013

Strahlung
Bayern erstes Bundesland mit ausgebildeten Radon-Fachpersonen

Qualifizierte Beratung vor Ort bei Neubau und Sanierung / Neue Internetseite bietet vielfältige Informationen

+++ Insgesamt 16 Teilnehmer haben den ersten Ausbildungskurs des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) zur Radon-Fachperson erfolgreich absolviert. Dies teilte Claus Kumutat, Präsident des LfU, heute in Augburg mit. „Bayern ist das erste Bundesland mit Radon-Fachpersonen und einem landesweiten Radon-Netzwerk“, so Kumutat. Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. Es kann aus Gesteinen und Böden entweichen und in Gebäude eindringen, deshalb ist das Thema Radon gerade für Baufachleute wichtig. Die Radon-Fachpersonen informieren und beraten Bürgerinnen und Bürger vor Ort über Radonsanierungen in bestehenden Gebäuden und radonsichere Neubauten. Kumutat: „Die Ausbildung als Radon-Fachperson soll einen einheitlichen Wissensstand für eine objektive Beratung vor Ort sicherstellen.“ Da es bisher kaum Aus- und Weiterbildungsangebote gab, entwickelte das LfU die Ausbildung zur Radon-Fachperson. In dem dreiteiligen Bildungsangebot werden theoretische Grundlagen zu Radon und Strahlenschutz, zur Radonprävention bei Neubauten, zur Durchführung von Radonsanierungen im Bestand und zu Messtechniken und -methoden vermittelt. In einem Praxisteil wird das erworbene Wissen vertieft. Ihre Fachkompetenz müssen die Teilnehmer durch eine Hausarbeit sowie eine schriftliche und eine mündliche Prüfung nachweisen. +++

Gleichzeitig baut das LfU sein Informationsangebot zum Thema Radon weiter konsequent aus. Die neue Internetseite des Bayerischen Radon-Netzwerks, die seit heute online ist, bietet vielfältige Informationen für Architekten, Baufachleute, Energieberater sowie Bürgerinnen und Bürger. Unter www.lfu.bayern.de/radon-netzwerk gibt es auch die aktuelle Liste mit allen bisher ausgebildeten Radon-Fachpersonen. Das Bayerische Radon-Netzwerk wurde 2012 unter Leitung des LfU in Kooperation mit dem Bauzentrum München gegründet. Es soll vor allem Fachleute aus der Bau- und Immobilienbranche, kommunale und private Gebäudebesitzer, Verbände, Behörden und die Wissenschaft miteinander vernetzten.

Faktenkasten Radon

  • Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. Es kann aus Gesteinen und Böden entweichen und in Gebäude eindringen. Neben der Beschaffenheit des Untergrunds spielt der Gebäudezustand eine wichtige Rolle für die Radonkonzentration im Inneren. Eindringmöglichkeiten für Radon gibt es beispielsweise über Spalten und Risse sowie entlang von Kabel- und Rohrdurchführungen.
  • Radon ist ein farb-, geruch- und geschmackloses radioaktives Edelgas.
  • Eine einfache Maßnahme gegen Radon in Innenräumen ist das häufige, stoßweise Lüften. Das Abdichten der Ausbreitungspfade für Radon vom Keller in die Wohnräume (z.B. Leitungsführungen, undichte Türen zwischen Keller und Wohnraum) kann ebenfalls die Radonkonzentration senken.
  • Aufwendigere Maßnahmen sind der Einbau von Kunststofffolien, Beschichtungen und Bitumenbahnen im Fundamentbereich zur Errichtung einer radondichten Sperrschicht gegen den Untergrund oder der Einbau einer Abtrennung mit Dichtwirkung zwischen Keller und Wohnraum.
  • Radonvorsorgemaßnahmen bei Neubauten sind wesentlich einfacher, effektiver und langfristig kostengünstiger als eine nachträgliche Sanierung.
  • Die Radonkonzentration in Gebäuden lässt sich mit einem einfachen Exposimeter bestimmen. Dazu wird das Gerät mindestens drei Monate – besser ein ganzes Jahr – im Erdgeschoss, evtl. zusätzlich auch im Keller des Gebäudes aufgestellt. Ein Exposimeter zur Bestimmung der Radonkonzentration kostet 30 bis 50 Euro. Die Auswertung ist im Preis enthalten. Eine Liste mit Institutionen, die Exposimeter anbieten, finden Sie unter: http://www.lfu.bayern.de

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