PRESSEMITTEILUNG

Nr. 36 / Donnerstag, 29. August 2013

Geologie
Versteinerter Wald bei Augsburg entdeckt: Sandgrube gibt 11 Millionen Jahre altes Laub frei

„Fossile Blätter des Amberbaums belegen ein deutlich wärmeres Klima als heute“

Blattabdruck eines Lorbeergewächses
Blattabdruck eines Lorbeergewächses (Quelle: LfU)
+++ Rund 11 Millionen Jahre altes versteinertes Laub entdeckten Experten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) in einer Sandgrube östlich von Augsburg. Das teilte der Leiter des Geologischen Dienstes am LfU, Roland Eichhorn, heute nach ersten Untersuchungen der Funde mit. Eichhorn: „Augsburgs Naturpark ‚Westliche Wälder’ hat einen urzeitlichen Vorfahren. Bereits vor 11 Millionen Jahren wuchs in der Gegend ein artenreicher Auwald mit exotischen Amberbäumen, Lorbeer-Verwandten, amerikanischen Ulmen und chinesischen Weiden. In Schwaben muss es damals also deutlich wärmer gewesen sein als heute." Funde fossiler Blattabdrücke sind seltene Glücksfälle, die Einblicke in die Vegetation und das Klima der Vergangenheit ermöglichen. Bei der routinemäßigen geowissenschaftlichen Erfassung der Region Augsburg stießen die Geologen in der Sandgrube auf die Blattreste. Eichhorn: „Durch Hochwasser in den Flusssystemen der Tertiärzeit lagerten sich mächtige Schlammschichten ab. Darin eingebettet überdauerten die empfindlichen, dünnen Laubblätter als Abdruck.“ Mit Unterstützung der Grubeneigentümer konnten die Blattreste durch das LfU und das Naturmuseum Augsburg geborgen und weiter untersucht werden. +++

In der Tertiärzeit waren im Augsburger Raum Bäume heimisch, wie sie heute in Virginia, in der Türkei oder auf den Kanarischen Inseln verbreitet sind. Es war damals im Jahresmittel rund 6 Grad wärmer und viel regenreicher. In den ausgedehnten Auwäldern lebten exotische Tiere wie Hasenhirsch und Hundebär, aber auch Vorläufer der heutigen Elefanten mit vier Stoßzähnen.

Downloads

PDF-Datei zur Pressemitteilung

Pressefoto(s) zur Pressemitteilung