PRESSEMITTEILUNG

Nr. 34 / Dienstag, 20. August 2013

Abwasser/Energie
Mit Abwasser zur Energiewende beitragen

Energie-3-Sprung entlastet kommunale Haushalte und Umwelt

+++ Abwasser ist wegen seines hohen Temperaturniveaus eine wertvolle Wärmequelle. Die Betreiber kommunaler Kläranlagen und Kanalnetze können so einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Das betonte Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), heute in Augsburg. Kumutat: „Jeder Einwohner produziert täglich etwa 125 Liter Abwasser, davon die Hälfte mit einer Temperatur von 30°C. Damit könnte das Abwasser von zehn Haushalten jeweils einen Haushalt mit Wärme versorgen.“ Abwasseranlagen sind in der Regel die größten Energieverbraucher einer Kommune. Trotzdem werden Kanalisation und Kläranlage häufig unterschätzt, wenn es um einen Beitrag zur Energiewende geht. Kumutat: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass es oft große Einsparpotenziale und vielfältige Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung gibt.“ +++

Kläranlagen eignen sich besonders zur Umsetzung des so genannten ‚Energie-3-Sprungs’, bestehend aus Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien. Mit dem neuen Leitfaden ‚Energie aus Abwasser’ möchte das LfU den bayerischen Städten und Gemeinden Wege zeigen, diese Möglichkeiten noch stärker zu nutzen. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis machen deutlich, welche Erfolge möglich sind: Die Umstellung der Abwasser-Rührwerke auf Intervallbetrieb brachte in einer oberfränkischen Anlage z.B. eine Energieeinsparung von 15.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr (kWh/a). In Niederbayern steigerte der Austausch von Pumpen die Effizienz um 16%. Seither spart der Betreiber 37.000 kWh/a. Und in Oberbayern entsteht aus Abfall zusätzliches Faulgas, das im eigenen Blockheizkraftwerk zu 420.000 kWh/a verstromt wird. Das entlastet den kommunalen Haushalt und spart rund 260 Tonnen CO2 pro Jahr.
Der Leitfaden steht kostenlos zum Download unter http://www.bestellen.bayern.de/.

Faktenkasten Kläranlagen

  • Kläranlagen verbrauchen derzeit pro Einwohner jährlich rund 40 kWh Strom. Mit diesem Stromverbrauch könnte jeder Einwohner Bayerns im Jahr 60 Maschinen Wäsche waschen.
  • Insgesamt beträgt der Stromverbrauch bayerischer Kläranlagen rund 630 GWh (630 Mio. kWh), was dem Jahresstromverbrauch von etwa 180.000 3-Personen-Haushalten entspricht.
  • 25 bis 50 % der kommunalen Stromrechnung gehen derzeit zu Lasten des Kläranlagenbetreibers, der damit oft der größte Einzelverbraucher ist – vor Schulen, Verwaltungsgebäuden und Straßenbeleuchtung.
  • Der hohe Kohlenstoffgehalt im Abwasser kann in einer Faulgasanlage zu Strom und Wärme umgewandelt werden. Im Idealfall kann eine Kläranlage über die Faulgasnutzung fast den gesamten für den Anlagenbetrieb benötigten Strom gewinnen.

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