Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit der Stadt Ansbach

Nr. 28 / Dienstag, 09. Juli 2013

Naturschutz
Biotope im Stadtgebiet Ansbach werden erfasst

Stadt und Landesamt für Umwelt bitten private Grundstücksbesitzer um Unterstützung und Verständnis

+++ Nach über 25 Jahren werden die wertvollen Biotope und Lebensräume im Ansbacher Stadtgebiet zum zweiten Mal genau unter die Lupe genommen. Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU): „Die Biotopkartierung ist eine wichtige Grundlage für die Arbeit von Naturschutzbehörden, Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie erstellen auf Grundlage der Daten u. a. Landschafts- und Grünordnungspläne.“ Die Kartierung findet im Auftrag der Stadt Ansbach und des LfU statt. Sie umfasst auch die Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und ist somit bedeutsam für die Managementplanung in den FFH-Gebieten und für die Berichte an die Europäische Union. Oberbürgermeisterin Carda Seidel: „Ich freue mich, dass wir mit der Stadtbiotopkartierung nun eine aktuelle Grundlage für die Erhaltung wertvoller Lebensräume und für eine nachhaltige Stadtentwicklung bekommen werden.“ Die Stadt Ansbach bittet deshalb, die Grundstücksbesitzer, die eigens dafür ausgebildeten Kartierer bei ihrer Arbeit zu unterstützen und ihnen Zutritt zu Ihren Grundstücken zu gewähren. +++

Bei der Kartierung werden auch spezifisch städtische Biotoptypen, wie z. B. Parks oder Alleen, erfasst. Ein Beispiel für ein besonders wertvolles Biotop mitten in der Stadt ist der Hofgarten der Residenz Ansbach. In dem altem Baumbestand, den zahlreichen Baumhöhlen und Wiesen finden Vögel, Fledermäuse, Käfer und Schmetterlinge Lebens-, Brut- und Nahrungsräume. Die Geländearbeiten werden von einem Planungsbüro aus Nürnberg durchgeführt und dauern bis Herbst 2014. Die Ergebnisse der Kartierung stehen voraussichtlich im Sommer 2015 zur Verfügung. Die Kosten von rund 36.000 Euro für die neue Natur-Inventur teilen sich der Freistaat Bayern und die Stadt Ansbach im Verhältnis 60 zu 40.

Nähere Informationen erhalten Sie bei Harald Fritsche vom Amt für Umwelt und Klimaschutz der Stadt Ansbach unter Tel. 0981-51-398 oder unter umweltamt@ansbach.de.

Fakten zur Biotopkartierung

Die Biotopkartierung liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung. In den kreisfreien Städten teilen sich die Stadt und der Freistaat die Kosten für die Kartierung.

Die Biotope werden im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden. In der letzten Kartierung in Ansbach wurden 481 Biotope mit einer Fläche von etwa 480 Hektar erfasst.


Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie unter:
www.lfu.bayern.de/natur
und
gisportal-umwelt2.bayern.de/finweb

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