PRESSEMITTEILUNG

Nr. 26 / Donnerstag, 13. Juni 2013

Naturschutz
Ergebnisse der Natur-Inventur in der Stadt Kaufbeuren vorgestellt

Landesamt für Umwelt beendet Stadtbiotop- und Artenschutzkartierung

Bayerisches Löffelkraut
Bayerisches Löffelkraut (Quelle: Andreas Zehm, LfU)
+++ In den bayerischen Städten gibt es häufig eine erstaunliche Artenvielfalt – so auch in Kaufbeuren. Zu diesem Ergebnis kommt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) in seiner heute vorgestellten Biotop- und Artenschutzkartierung für das Stadtgebiet. Seit 2010 wurden ohne den Fliegerhorst Kaufbeuren knapp 300 Biotope mit einer Fläche von fast 400 Hektar erfasst. Das entspricht knapp zehn Prozent der Stadtfläche. Dabei bieten die ausgedehnten Parks und Grünanlagen, die Flussauen und Wiesenflächen zahlreichen Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste einen Lebensraum. Die Naturschätze wurden in Zusammenarbeit mit der Stadt Kaufbeuren zum zweiten Mal systematisch erfasst, nachdem die erste Inventur bereits über 25 Jahre zurückliegt. Die Geländearbeiten führte ein Team aus Fachleuten aus Frasdorf und Neu-Ulm durch. Die Kosten von rund 92.000 Euro teilen sich der Freistaat Bayern und die Stadt im Verhältnis 60 zu 40. Mit den Ergebnissen der Biotopkartierung erhalten Naturschutzbehörden, Planungsbüros und Wissenschaftler eine wichtige Arbeitsgrundlage, zum Beispiel für die Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. +++
Im Rahmen der Artenschutzkartierung wurden Nachweise zu über 260 Tierarten erbracht, die sich auf 588 Fundorte verteilen. Mit den Funden des Warzenbeißers in einer ehemaligen Schießanlage oder des Hochmoor-Perlmuttfalters in einem Hochmoor am Freyberg gelangen neue Artnachweise. Einige Vorkommen gefährdeter Arten konnten auch nach über 25 Jahren bestätigt werden, wie das der Sumpfschrecke im „Mösle“. Ein extrem seltener Fund war das Bayerische Löffelkraut an den Kalktuffquellen am Schwarzen Graben.

Weitere Informationen

  • Die Ergebnisse der Biotopkartierung stehen kostenlos unter
    gisportal-umwelt2.bayern.de/finweb
    oder als Download unter
    www.lfu.bayern.de
    zur Verfügung.
  • Die Ergebnisse der Artenschutzkartierung können projektbezogen und gegen Gebühr von z.B. Planungsbüros beim LfU angefordert werden. Ein Download ist aufgrund der sehr sensiblen Daten nicht möglich.
  • Ebenfalls kartiert wurde der Fliegerhorst Kaufbeuren, inklusive des Landkreisanteils. Diese Daten fließen in die Militärbiotopkartierung ein.

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