PRESSEMITTEILUNG

Nr. 25 / Dienstag, 28. Mai 2013

Naturschutz
Aktualisierung der Biotopkartierung im Landkreis Tirschenreuth

Biotopkartierung ist Grundlage für Arbeit der Naturschutzbehörden - Private Grundstücksbesitzer zur Mithilfe aufgerufen

+++ Im Mai erfolgte der Auftakt zur erneuten Erfassung der Biotope im Landkreis Tirschenreuth. „Die Natur-Inventur ist wichtig für die Erstellung von Landschafts- und Grünordnungsplänen. Sie schafft die Grundlage für die Arbeit von Naturschutzbehörden, Kommunen und Planungsbüros“, betont Dr. Andreas Otto, Leiter der Abteilung Naturschutz am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU), zu Beginn der Arbeiten. Im Auftrag des LfU und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt untersuchen Fachleute zum zweiten Mal nach über 25 Jahren detailliert die wertvollen Biotope und Lebensräume. Hervorzuheben im Landkreis sind beispielsweise die naturnahen Täler der Waldnaab, der Fichtelnaab oder der Wondreb, in denen ein Mosaik an Nasswiesen, Flachmooren, Röhrichten und anderen Feucht- und Gewässerbiotopen wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten bilden. Die Kartierung umfasst auch die Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und ist somit eine wichtige Grundlage für die Managementplanung in den FFH-Gebieten und für die Berichte an die Europäische Union. +++

Zum Erfolg der Biotopkartierung sind die Fachleute auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen: „Bitte gewähren Sie den Kartierern Zutritt zu Ihren Grundstücken. Nur dann wird die Natur-Inventur ein Erfolg“, so Dr. Otto.
Die Geländearbeiten werden von dem Planungsbüro Hadatsch aus Hohenlinden durchgeführt und bis Herbst 2014 abgeschlossen. Die Ergebnisse der Kartierung stehen voraussichtlich im Sommer 2015 zur Verfügung. Rund 250.000 Euro stellt der Freistaat für die neue Natur-Inventur im Landkreis zur Verfügung. In der letzten Kartierung wurden ca. 1440 Biotope mit einer Fläche von über 2.800 Hektar erfasst. Dies entspricht einem Biotopanteil von 2,6 Prozent.

Faktenkasten Biotopkartierung

Die Biotopkartierung liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Die Biotope werden im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden.



Weitere Informationen
www.lfu.bayern.de/natur
gisportal-umwelt2.bayern.de/finweb

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