PRESSEMITTEILUNG

Nr. 24 / Dienstag, 28. Mai 2013

Naturschutz
Start der Biotopkartierung im Landkreis Günzburg

+++ Fachleute untersuchen ab sofort detailliert die wertvollen Biotope und Lebensräume im Landkreis Günzburg. Das gab Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), zum Auftakt der Natur-Inventur bekannt. Kumutat: „Die Biotopkartierung ist eine wichtige Grundlage für die Arbeit von Naturschutzbehörden, Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen.“ Sie erstellen auf Grundlage der Daten u.a. Landschafts- und Grünordnungspläne. Im Auftrag des LfU und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt werden die Biotope im Landkreis zum zweiten Mal seit 1987 unter die Lupe genommen. Die Kartierung umfasst auch die Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und ist somit bedeutsam für die Managementplanung in den FFH-Gebieten und für die Berichte an die Europäische Union. +++

Die überwiegend grünlandgenutzten Täler von Mindel und Günz sowie das Donauried mit dem Leipheimer Moos im Norden des Landkreises stellen die herausragenden Lebensräume des Landkreises dar. Dort konzentrieren sich Auen-, Feucht- und Trockenbiotope. Sie bieten Lebensräume für viele gefährdete Pflanzenarten, wie das Sumpf-Glanzkraut oder den Knoblauch-Gamander. Zum Erfolg der Biotopkartierung sind die Fachleute auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Kumutat: „Bitte gewähren Sie den Kartierern Zutritt zu Ihren Grundstücken. Nur dann wird die Natur-Inventur ein Erfolg.“ Die Geländearbeiten werden von einem Planungsbüro aus Nürnberg durchgeführt und dauern bis Herbst 2014. Die Ergebnisse der Kartierung stehen voraussichtlich im Sommer 2015 zur Verfügung. Rund 120.000 Euro stellt der Freistaat für die neue Natur-Inventur im Landkreis zur Verfügung. In der letzten Kartierung wurden 906 Biotope mit einer Fläche von über 2.500 Hektar erfasst.

Faktenkasten Biotopkartierung

Die Biotopkartierung liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Die Biotope werden im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden.



Weitere Informationen
www.lfu.bayern.de/natur
gisportal-umwelt2.bayern.de/finweb

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