PRESSEMITTEILUNG

Nr. 22 / Donnerstag, 16. Mai 2013

Naturschutz
Aktualisierung der Biotopkartierung im Landkreis Dingolfing-Landau gestartet

Private Grundstücksbesitzer zur Mithilfe aufgerufen

+++ Zum zweiten Mal nach über 25 Jahren werden ab sofort die Biotope im Landkreis Dingolfing-Landau unter die Lupe genommen. Das betonte der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), Claus Kumutat zu Beginn der Arbeiten. Dazu untersuchen Fachleute im Auftrag des LfU und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt detailliert die wertvollen Biotope und Lebensräume im Landkreis. Von herausragender Bedeutung als Lebensraum und Verbundachse ist das breite Isartal mit seinen steilen, teils bewaldeten und von Quellen durchsetzten Hangleiten, den Auwäldern, Feuchtgebieten und Trockenstandorten. Die vom Aussterben bedrohte Becherglocke oder der ebenso vom Aussterben bedrohte Schöne Lauch kommen dort noch vor. Kumutat unterstreicht die Bedeutung der Biotopkartierung: „Die Natur-Inventur ist Grundlage für die tägliche Arbeit von Naturschutzbehörden, Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen.“ Die Kartierung umfasst auch die Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und ist somit eine wichtige Grundlage für die Managementplanung in den FFH-Gebieten und für die Berichte an die Europäische Union. +++
Die Geländearbeiten werden von einem Kartierungsbüro aus Deggendorf durchgeführt und dauern bis Herbst 2014. Die Ergebnisse stehen voraussichtlich im Sommer 2015 zur Verfügung. Über 125.000 Euro stellt der Freistaat für die erneute Kartierung im Landkreis zur Verfügung. Bei der letzten Inventur wurden 1.319 Biotope mit einer Fläche von über 2.500 Hektar erfasst.

Faktenkasten Biotopkartierung

Die Biotopkartierung liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Biotope werden im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden.


Weitere Informationen
www.lfu.bayern.de/natur
gisportal-umwelt2.bayern.de/finweb

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