PRESSEMITTEILUNG

Nr. 05 / Freitag, 15. Februar 2013

Lärmschutz
Lärmkarten für Bayern ab heute online

LfU veröffentlicht Ergebnisse der Lärmkartierung an Hauptverkehrsstraßen, in Ballungsräumen und an Flughäfen

+++ Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat heute die Lärmkarten für den Freistaat im Internet veröffentlicht. Damit sind die Ergebnisse für rund 7.200 Kilometer Hauptverkehrsstraßen, die Ballungsräume München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Regensburg, Ingolstadt, Erlangen und Fürth sowie die Flughäfen München und Nürnberg digital abrufbar. Claus Kumutat, Präsident des LfU: „Die Karten geben Aufschluss über die Lärmbelastung durch Straßen- und Fluglärm in Bayern. Sie sind die Entscheidungsgrundlage für die Erarbeitung von Lärmaktionsplänen durch die Kommunen und Regierungen.“ In den Ballungsräumen wurde vom LfU zusätzlich die Lärmbelastung durch Straßenbahnen und oberirdische U-Bahnen sowie durch bestimmte Industrieanlagen ermittelt. Für ca. 25.000 Quadratkilometer der Landesfläche wurde der Lärm berechnet. Damit ist die zweite großflächige Lärm-Inventur des Freistaats zur Umsetzung der EG-Umgebungslärmrichtlinie abgeschlossen. Für 275 Millionen Einzelpunkte wurden die Lärmberechnungen durchgeführt. Der Freistaat Bayern hat dafür rund 300.000 Euro bereitgestellt. +++

Auf den Lärmkarten wird der Lärm über so genannte Isophonen veranschaulicht. Diese Linien gleicher Lärmstärke veranschaulichen grafisch die Abnahme des Lärms mit der Entfernung von der Lärmquelle. Das Ergebnis sind zum Beispiel Pegelbänder unterschiedlicher Breite und Farbe entlang der Straßen. Auch die Wirkung bestehender Lärmschutzeinrichtungen lässt sich daraus erkennen. Derzeit stehen die Lärmwerte entlang viel befahrener Straßen außerhalb von Ballungsräumen als 24-Stundenmittel und für die Nacht zur Verfügung. Für die acht Ballungsräume sowie das Umfeld der Großflughäfen München und Nürnberg gibt es diese Informationen ebenfalls. Zusätzlich steht die Zahl der Menschen, die innerhalb bestimmter Isophonen wohnen, für die betroffenen Gemeinden zur Verfügung. Der Straßenverkehr ist die Hauptquelle für den Lärm. An zweiter Stelle steht die Belastung durch Fluglärm.
Die Ergebnisse sind zusammengefasst unter http://www.lfu.bayern.de. Die Lärmkarten sind verfügbar unter www.umgebungslaerm.bayern.de.

Faktenkasten zur Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie

  • Die 2002 verabschiedete Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm (EU-Umgebungslärmrichtlinie) verpflichtet die Mitgliedsstaaten, Lärmkarten zu erstellen, die Öffentlichkeit zu informieren und ggf. Aktionspläne unter Beteiligung der Öffentlichkeit zu erarbeiten. Sie wurde 2006 abschließend in nationales Recht umgesetzt.
  • Das LfU hat die rund 7.200 Kilometer Hauptverkehrsstraßen (2.600 Kilometer Bundesautobahnen, 4.600 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen) mit mehr als drei Millionen Kfz pro Jahr, die acht Großstädte Bayerns mit mehr als 100.000 Einwohnern und die Flughäfen München und Nürnberg kartiert. Die Lärmkarten für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes erstellt und veröffentlicht das Eisenbahnbundesamt.
  • Lärmkarten stellen flächenhaft die Ergebnisse in der Umgebung dar. Dafür sind detaillierte Eingangsinformationen über das Gelände, den Straßenverkehr, Lärmschutzeinrichtungen und die Bebauung nötig, die in die Berechnungen eingegangen sind. Denn die Schallbelastung hängt nicht nur von der Verkehrsstärke ab, sondern auch von der Entfernung und dem Gelände. Zusätzliche Informationen betreffen die genaue Höhenlage und Streckenführung, die Art des Straßenbelags sowie Grundriss und Höhe der Häuser entlang der Straße. Im Auftrag des LfU wurden deshalb vorab die Lärmschutzeinrichtungen an bayerischen Straßen erfasst. Die Kommunen hatten dann die Möglichkeit die Lärmschutzeinrichtungen im Lärmbelastungskataster zu überprüfen und dem LfU Änderungen mitzuteilen. Lärmschutzeinrichtungen mit einer Gesamtlänge von rund 1.600 Kilometern konnten somit berücksichtigt werden.
  • Die zur Kartierung der Ballungsräume und Flughäfen erforderlichen Daten (z.B. Verkehrsdaten) wurden von diesen bereitgestellt. Mit den Lärmberechnungen waren schalltechnische Beratungsbüros beauftragt.

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