PRESSEMITTEILUNG

Nr. 04 / Freitag, 15. Februar 2013

Naturschutz
Biotopkartierung im Landkreis Augsburg abgeschlossen

Natur-Inventur belegt hohe naturschutzfachliche Bedeutung der Flüsse und Bäche im Landkreis

Klebriger Lein auf einer Brenne des Lech
Klebriger Lein auf einer Brenne des Lech (Quelle: LfU)
+++ Die Flüsse und Bäche im Landkreis Augsburg haben als Biotopbrücke zwischen den Alpen und der Schwäbisch-Fränkischen Alb eine hohe Bedeutung für die Artenvielfalt im Landkreis. Das belegt die Biotopkartierung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). Die Experten des LfU haben in den vergangenen knapp zwei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Augsburg zum zweiten Mal die Naturschätze im Landkreis kartiert, darunter u.a. naturnahe Bachtäler und ihre Feuchtlebensräume im Naturpark Westliche Wälder, Magerrasen auf den von Lech und Wertach geschaffenen Schotterstandorten (Brennen), Reste von Niedermooren und Pfeifengraswiesen auf grundwassernahen Talböden. Das Ergebnis: 2,3 Prozent der Fläche im Landkreis wurden als Biotop eingestuft, das sind über 3.100 Hektar und 1.280 Biotope. Damit bekommen Naturschutzbehörden, Planungsbüros und Wissenschaftler eine wichtige Arbeitsgrundlage, zum Beispiel für die Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Die erste Inventur liegt bereits mehr als 20 Jahre zurückliegt. Das Bayerische Umweltministerium stellte rund 150.000 Euro für die Natur-Inventur zur Verfügung. Die Geländearbeiten wurden von einem Fachbüro aus Landsberg am Lech durchgeführt. +++

Der Landkreis Augsburg liegt überwiegend in den Naturräumen Iller-Lech-Platte und Lech-Wertach-Ebene. Im Naturraum der Lech-Wertach-Ebene, der von den mächtigen Schotterablagerungen eizeitlichen Ursprungs gebildet wurde, sind die breiten Täler von Lech und Wertach die prägenden Elemente. Dabei nimmt das Lechtal mit seinen Trocken- und Feuchtlebensräumen eine besondere Rolle ein: Kalkmagerrasen, Schneeheide-Kiefernwälder, Auwälder sowie Niedermoore und Pfeifengraswiesen auf den grundwassernahen Standorten bestimmen die hohe naturschutzfachliche Qualität dieses Lebensraums. Auf den Restbeständen ehemals großflächiger vorkommender Biotope ist auch heute noch eine enorme Artenvielfalt erkennbar: Sumpf-Siegwurz, Gemeine Küchenschelle, Klebriger Lein, Rosmarin-Seidelbast, verschiedene Ragwurzarten und eine Vielzahl weiterer Arten finden hier Rückzugsräume. In der waldreichen Iller-Lech-Platte sind es in erster Linie die Täler der Zusam und der Schmutter sowie deren zahlreiche Zuflüsse, in denen sich Feuchtlebensräume für seltene Arten wie die Schwanenblume, die Prachtnelke oder das fleischfarbene Knabenkraut konzentrieren.
Im Anschluss an die Biotopkartierung wird im Landkreis Augsburg auch die Artenschutzkartierung durchgeführt. Dabei werden Tiergruppen wie Amphibien, Libellen und Tagfalter erfasst, um Verbreitung und Bestandssituation zu ermitteln.

Weitere Informationen
Die Ergebnisse der Biotopkartierung stehen kostenlos unter gisportal-umwelt2.bayern.de/finweb oder als Download unter http://www.lfu.bayern.de zur Verfügung.

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