PRESSEMITTEILUNG

Nr. 03 / Freitag, 08. Februar 2013

Naturschutz
Naturschätze im Landkreis Roth vollständig erfasst

Höchste Biotopdichte im Süden des Landkreises

Quelle: LfU
+++ Der Albtrauf im südlichen Landkreis Roth weist die höchste Biotopdichte im Landkreis auf. Das belegt die zweite Natur-Inventur des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). Die Experten des LfU haben in knapp zwei Jahren alle Biotope im Landkreis Roth erfasst. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Roth wurden naturnahe Täler, extensiv genutzte Nasswiesen, Flugsand-Standorte eiszeitlichen Ursprungs, Reste von Niedermooren, Pfeifengraswiesen und Kalkmagerrasen systematisch kartiert. Das Ergebnis: 1.500 Biotope, verteilt auf über 2.100 Hektar bieten seltenen Pflanzen einen Lebensraum. Mit der Aktualisierung der Biotopkartierung nach über 20 Jahren bekommen Naturschutzbehörden, Planungsbüros und Wissenschaftler eine wichtige Arbeitsgrundlage, zum Beispiel für die Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Das Bayerische Umweltministerium stellte rund 140.000 Euro für die Natur-Inventur zur Verfügung. Die Geländearbeiten wurden von einem Fachbüro aus Nürnberg durchgeführt. +++

Der Landkreis Roth liegt überwiegend in den Naturräumen Mittelfränkisches Becken und Südliche Frankenalb. Im Süden des Landkreises erhebt sich mit einer mächtigen Steilstufe (Albtrauf) die Südliche Frankenalb, die insbesondere im Traufbereich mit ihren Felsfluren, den Kalkmagerrasen, den wärmeliebenden Gebüschen und Säumen die höchste Biotopdichte des Landkreises aufweist. Gewöhnliche Küchenschelle, Karthäuser-Nelke, Kreuz-Enzian, Silberdistel und weitere seltene Vertreter der mageren Kalkstandorte finden hier ihren Lebensraum. Im Mittelfränkischen Becken prägen großflächige Kiefernwälder mit Wiesentälern das Landschaftsbild. In den Tälern und über grundwasserstauenden Tonschichten findet man Restbestände von Niedermooren und Pfeifengraswiesen, die Rückzugsgebiete für seltene Pflanzenarten darstellen, wie die Färberscharte, den Lungen-Enzian oder den Gewöhnlichen Teufelsabbiss. Östlich der Rednitz entdeckt man Pflanzenbestände mit Überlebenskünstlern wie dem Silbergras, dem Berg-Sandglöckchen oder der Heide-Nelke. Sie sind an die extrem trockenen Flugsand-Standorte angepasst.

Zeitgleich zur Biotopkartierung wurde im Landkreis Roth auch die Artenschutzkartierung durchgeführt. Dabei wurden Tiergruppen wie Amphibien, Libellen und Tagfalter erfasst, um Verbreitung und Bestandssituation zu ermitteln. Die Ergebnisse der Artenschutzkartierung werden in der landesweiten Datenbank der Artenschutzkartierung zentral gespeichert. Die Daten stehen voraussichtlich ab Mitte des Jahres zur Verfügung.

Weitere Informationen

Die Ergebnisse der Biotopkartierung stehen kostenlos unter gisportal-umwelt2.bayern.de oder als Download unter www.lfu.bayern.de zur Verfügung.

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