PRESSEMITTEILUNG

Nr. 02 / Donnerstag, 31. Januar 2013

Rohstofferkundung
'Papierkalk' in der Frankenalb entdeckt – wertvoller Rohstoff für Bayerns Papierindustrie

Versorgung mit Weiß- und Glattmachern über Jahrzehnte sichergestellt

+++ Mit der Entdeckung großer, bisher unbekannter Weißkalk-Vorkommen in der Frankenalb ist die Versorgung der bayerischen Papierindustrie mit Weiß- und Glattmachern über Jahrzehnte hinaus sichergestellt. Das erläuterte Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU), nach Abschluss der Erkundungsarbeiten. Eichhorn: „Durch die Verwendung heimischer Rohstoffe wird die Papierherstellung ökologischer. Kürzere Transportwege schonen das Klima und mineralische Füllstoffe verringern den Einsatz wertvoller natürlicher Pflanzen-Rohstoffe.“ Zudem kann der hochreine Kalkstein den teuren weißen Kaolin bei der Papierherstellung ersetzen. Im Auftrag und mit Mitteln des Bayerischen Wirtschaftsministeriums hat das LfU neue heimische Spezialkalke in der Frankenalb südlich von Nördlingen und im Westen Regensburgs aufgespürt. Bisher wird dieser spezielle Kalk nur noch in einem Steinbruch bei Haunsheim gewonnen; der Großteil wird importiert oder durch den energieaufwendiger hergestellten gebrannten Kalk ersetzt. Nach 39 Bohrungen und über 1.900 Bohrmetern wurden die Geologen jetzt fündig: Sie entdeckten Gebiete in den Juragesteinen der Frankenalb mit Millionen Tonnen potenziell gewinnbaren Papierkalken. +++

In Bayern wurden 2011 knapp 4,6 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe produziert. Papiererzeugnisse bestehen im Wesentlichen aus verfilzten Fasern. Zudem benötigt man Kalk oder Kaolin, um die Lücken zwischen den Fasern aufzufüllen. Dadurch wird das Papier weißer, dichter und glatter. Der dafür nötige hochreine Kalkstein wird zumeist aus massigen Riffkalken der Jurazeit gewonnen. Sie entstanden vor 150 Millionen Jahren aus Riffen und enthalten Schwämme und Korallen. Der Erkundungsbericht steht kostenlos zum Download unter www.lfu.bayern.de/geologie.

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