PRESSEMITTEILUNG

Nr. 01 / Dienstag, 22. Januar 2013

Strahlung
Kommunikations- und Kooperationsplattform zum Thema Radon für ganz Bayern startet

Erstes Bayerisches Radon-Netzwerk-Treffen mit internationalen Experten

+++ Experten aus Deutschland und Österreich informieren heute rund um den Themenkomplex „Radon in Gebäuden“ beim ersten Bayerischen Radon-Netzwerk-Treffen am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU). Dr. Christiane Reifenhäuser, Leiterin der Abteilung Strahlenschutz im LfU: „Das Bayerische Radon-Netzwerk dient als Kommunikations- und Kooperationsplattform für Fachleute aus der Bau- und Immobilienbranche, Gebäudebesitzer, Verbände, Behörden und Wissenschaft. Von wesentlicher Bedeutung bei der Vernetzung sind der Austausch von Fachwissen und die Erarbeitung von Qualitätsstandards im Umgang mit Radon in Gebäuden.“ Über 70 Architekten, Baufachleute, Energieberater, Behörden- und Verbandsvertreter erörtern mit internationalen Experten Fragestellungen zur Radonsanierung, Radonvorsorge, Aussagekraft von Radonkarten sowie zu Radonmessmethoden. Im Rahmen des Treffens wird auch die neue Ausbildungsinitiative des LfU zur Radon-Fachperson vorgestellt. „Mit den Radon-Fachpersonen sollen zukünftig bayernweit kompetente Ansprechpartner zu Radonsanierung in bestehenden Gebäuden und zum radonsicheren Neubau von Gebäuden zur Verfügung stehen“, betont Reifenhäuser anlässlich der Tagung in Augsburg. +++

Im Sommer 2012 wurde das Bayerische Radon-Netzwerk unter Leitung des LfU in Kooperation mit dem Bauzentrum München gegründet. Es soll vor allem Fachleute aus der Bau- und Immobilienbranche, kommunale und private Gebäudebesitzer, Verbände, Behörden und die Wissenschaft miteinander vernetzten. Weitere Ziele sind der Wissensaustausch, die Erarbeitung von Qualitätsstandards im Umgang mit Radon in Gebäuden, die Förderung des Angebots von fundiertem Fachwissen, Dienstleistungen und Schulungs- bzw. Fortbildungsmaßnahmen wie z.B. die Ausbildungsinitiative zur Radon Fachperson. Interessenten für die Zusatzausbildung zur Radon-Fachperson können sich unter Radon-Netzwerk@lfu.bayern.de melden.

Weitere Informationen

  • Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. Es kann aus Gesteinen und Böden entweichen und in Gebäude eindringen. Neben der Beschaffenheit des Untergrunds spielt der Gebäudezustand eine wichtige Rolle für die Radonkonzentration im Inneren. Eindringmöglichkeiten für Radon gibt es beispielsweise über Spalten und Risse entlang von Kabel- und Rohrdurchführungen.

  • Radon ist ein farb-, geruch- und geschmackloses radioaktives Edelgas.

  • Eine einfache Maßnahme gegen Radon in Innenräumen ist das häufige, stoßweise Lüften. Das Abdichten der Ausbreitungspfade für Radon vom Keller in die Wohnräume (z.B. Leitungsführungen, undichte Türen zwischen Keller und Wohnraum) kann ebenfalls die Radonkonzentration senken.

  • Aufwendigere Maßnahmen sind der Einbau von Kunststofffolien, Beschichtungen und Bitumenbahnen im Fundamentbereich zur Errichtung einer radondichten Sperrschicht gegen den Untergrund oder der Einbau einer Abtrennung mit Dichtwirkung zwischen Keller und Wohnraum.

  • Radonvorsorgemaßnahmen bei Neubauten sind wesentlich einfacher, effektiver und langfristig kostengünstiger als eine nachträgliche Sanierung.

  • Die Radonkonzentration in Gebäuden lässt sich mit einem einfachen Exposimeter bestimmen. Dazu wird das Gerät mindestens drei Monate – besser ein ganzes Jahr – im Erdgeschoss, evtl. zusätzlich auch im Keller des Gebäudes aufgestellt. Ein Exposimeter zur Bestimmung der Radonkonzentration kostet 30 bis 50 Euro. Die Auswertung ist im Preis enthalten. Eine Liste mit Institutionen, die Exposimeter anbieten, finden Sie unter: http://www.lfu.bayern.de.

  • Das LfU bietet bereits jetzt umfangreiche und kostenlose Information und Broschüren für Bürgerinnen und Bürger unter http://www.lfu.bayern.de an.

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