Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Nr. 50 / Donnerstag, 06. Dezember 2012

LGL: Bisherige Untersuchungen ergeben keine Hinweise auf gesundheitliche Gefährdung durch das Recyclingunternehmen Loacker

Aktuell Biomonitoring und Bodenuntersuchungen am LfU

+++ Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat die Immissionsmessungen und Bodenuntersuchungen in der Nachbarschaft des Recyclingunternehmens Loacker in Wonfurt gesundheitlich-humantoxikologisch bewertet. Das LGL kam zu dem Ergebnis, dass nach den derzeitigen Erkenntnissen die rund um das Recyclingunternehmen Loacker gemessenen Immissionen nicht zu gesundheitlichen Gefährdungen der Bevölkerung führen. Dies gilt sowohl für Luft- als auch Bodenuntersuchungen. Im Gegensatz zu anders lautenden Meldungen werden bei Übertragungen durch die Luft allenfalls ein bis zwei Prozent des für die Gesundheitsbewertung relevanten WHO-Richtwertes für Dioxine und dioxinähnliche Verbindungen erreicht. Auch bei keiner der sonst durchgeführten Untersuchungen, z. B. des Bodens, haben sich Anhaltspunkte für gesundheitlich bedenkliche Belastungen von direkten Anwohnern oder in Nachbarbetrieben beschäftigten Personen ergeben. Unabhängig davon bietet das LGL besorgten Bürgerinnen und Bürgern in der näheren Umgebung die Möglichkeit an, Blutproben vom örtlich zuständigen Gesundheitsamt entnehmen zu lassen. Diese werden unter anderem auf Blei, polychlorierte Biphenyle (PCB) und dioxinähnliche PCB untersucht. Dabei können die individuellen Werte analysiert werden. Es bleibt aber festzuhalten, dass bisher keine Anhaltspunkte für gesundheitlich bedenkliche Expositionen bestehen. +++

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) führt derzeit ein aktives Biomonitoring (Pflanzenmonitoring) im Umfeld des Recyclingunternehmens durch. Dazu werden an sechs Messpunkten Gras- und Grünkohlkulturen ausgebracht. Die Messpunkte liegen in unterschiedlichen Abständen zum Firmengelände auf einer Brachfläche, in zwei im Industrie- und Gewerbegebiet liegenden Privatgärten in direkter Nachbarschaft, an landwirtschaftlichen Nutzflächen und inmitten von Nutzgärten in einer Schrebergartenanlage. Auf den schnell wachsenden Grasbüscheln und dem Grünkohl lagert sich der Staub aus der Luft mit seinen Inhaltsstoffen ab. Nach einigen Wochen werden die Pflanzen auf die Anreicherung von Staubinhaltsstoffen aus der Luft untersucht, darunter auch polybromierte Dibenzo(p)dioxine und -furane (PBDD/F). Diese werden deutschlandweit routinemäßig nicht im Rahmen der Anlagenüberwachung untersucht. An den Messpunkten des aktiven Biomonitorings führte das LfU zusätzlich auch Niederschlagsmessungen zu Staub und Staubinhaltsstoffen durch.

Im Rahmen des vorsorgenden Bodenschutzes hat das LfU in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen darüber hinaus eine Bodenuntersuchung im Umfeld der Firma Loacker durchgeführt. Sie dient dem Zweck, die Hintergrundbelastung von Acker- und Grünlandflächen im Umfeld des Gewerbegebiets Wonfurt zu ermitteln. Die Proben aus sechs Probenahmestellen werden auf Metalle sowie organische Stoffparameter, darunter auch PBDD/F, untersucht.

Sobald alle Ergebnisse des Biomonitorings, der Niederschlagsmessungen und der Bodenuntersuchungen ausgewertet sind, werden diese dem Landratsamt Haßberge mitgeteilt.

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