Bayerisches Landesamt für
Umwelt

PRESSEMITTEILUNG

Nr. 41 / Mittwoch, 09. November 2011

Gewässerrenaturierungen
Kumutat: Gewässer-Renaturierungen helfen Mensch und Ökologie / WWF-Alpenflussstudie bestätigt eingeschlagenen Weg

"Bayern plant Investitionen von rund 300 Millionen Euro bis 2015 für ökologische Verbesserungen"

+++ Mehr Natürlichkeit für die Gewässer, das ist seit vielen Jahren die Richtschnur für unseren Umgang mit Gewässern. Bis 2015 sind dafür in Bayern rund 300 Millionen Euro vorgesehen. Dies betonte heute Claus Kumutat, Präsident des Landesamtes für Umwelt, anlässlich einer neuen WWF-Alpenflussstudie. Erfolgreiche abgeschlossene Renaturierungen, wie die der Münchner Isar und an der Wertach in Augsburg zeigen, dass Bayern hier auf einem guten Weg sei. Neben den spektakuläre Aushängeschildern gäbe es außerdem hunderte von Vorhaben an Bayerns Flüssen und Bächen, mit denen die Ökologie verbessert wird. Renaturierungen machen Gewässer auch für die Besucher attraktiver und tragen zum Hochwasserschutz bei. Es gelte aber auch, die Naturjuwelen zu schützen und zu erhalten, wie die Obere Isar bis zum Sylvensteinspeicher, die Litzauer Schleife des Lechs oder die Ammerschlucht. Kumutat: "Dafür tut Bayern eine Menge."+++

Kumutat bezeichnete die neue Studie als eine Zusammenstellung, die den eingeschlagenen Weg Bayerns bestätige. Leitlinie auf dem Weg zu mehr Natürlichkeit sind die Entwicklungskonzepte, die für größere Gewässer und deren Auen von der Wasserwirtschaft erarbeitet werden. Bei mehr als zwei Dritteln der in der Alpenflussstudie genannten Gewässer sind solche Konzepte bereits aufgestellt. Ganz oben auf der Liste der Wasserwirtschaft und der Kommunen steht dabei die Verbesserung des Lebensraums und der Durchgängigkeit, damit sich Fische und andere Wassertiere im Gewässer freier bewegen können.
Die Bewirtschaftungspläne nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie bewerten den Zustand größerer Flussabschnitte und geben die Ziele sowie die notwendigen Maßnahmen vor: Zur Verbesserung der fischbiologischen Durchgängigkeit werden künstliche Abstürze in naturnahe Sohlrampen umgewandelt, Umgehungsgewässer angelegt oder Fischaufstiegsanlagen gebaut. Auch Strukturverbesserungen gehören dazu. An praktisch allen in der Studie bewerteten Voralpenflüssen sind Maßnahmen geplant oder bereits umgesetzt. Größere Abschnitte in den Oberläufen haben bereits jetzt die Ziele der EG-Richtlinie erreicht, zum Beispiel an der Loisach, der Ammer und der Isar.

Auch an den in der Studie genannten Voralpenflüssen werden vom Naturschutz Flächen gezielt geschützt oder weiterentwickelt. Kumutat wies darauf hin, dass mehr als die Hälfte der im WWF-Bericht erfassten Strecken der bayerischen Voralpenflüsse im europäischen Biotopverbund-Netz als Natura2000-Gebiet ausgewiesen sind. Managementpläne für diese Gebiete sollen helfen, die Biodiversität zu sichern.

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