PRESSEMITTEILUNG

Nr. 30 / Dienstag, 23. August 2011

Bodenkunde
Moor-Inventur: 64 Moore im Lechgebiet um Schongau - viele unberührt und ökologisch wertvolle CO2-Senken

Moore sind lebendige Klimaschützer, da sie schädliche Klimagase speichern

+++ Mit 64 Mooren auf einer Gesamtfläche von 1169 Hektar ist die Gegend um Schongau für Klima- und Artenschutz im Freistaat besonders wertvoll. Dies erklärte der Präsident des Landesamts für Umwelt (LfU), Claus Kumutat nach Abschluss der Moor-Inventur beiderseits des Lechs. Kumutat: „Unberührte, intakte Moore sind aktive Klimaschützer: Sie filtern schädliche Klimagase aus der Atmosphäre und speichern sie dauerhaft.“ Um sie zu erhalten sei es entscheidend, den Zustand der Moore zu erfassen. So könnten sie bei Bedarf gezielt in ihrem Wasserhaushalt verbessert werden. Die Bodenkundler des Landesamts für Umwelt haben gemeinsam mit der Landesanstalt für Landwirtschaft eine Fläche von rund 150 Quadratkilometern kartiert und den Moorbestand inventarisiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 8,5 Prozent der gesamten erfassten Fläche sind Moore, davon ein großer Anteil unberührt und ökologisch wertvoll. Auch außerhalb von Schutzgebieten sind noch viele unveränderte und naturnahe Moore anzutreffen. +++

Unter den zahlreichen erfassten Mooren ist das „Weiter Filz“ wohl am bekanntesten: Dort wurde 1957 beim Torfabbau eine weibliche Moorleiche „Rosalinde von Peiting“ in einem Holzsarg gefunden. Sie ist eine der wenigen erhaltenen Moorleichen aus Bayern. Die Torfauflagen sind hier bis zu 6 Meter dick; das ergab eine Reihe von Bohrungen, die die Bodenkundler durchführten. Bäuerlicher Torfabbau und industrielle Torfgewinnung im Bagger- und Fräsverfahren wurden bereits vor Jahren eingestellt und Renaturierungsmaßnahmen begonnen.

Weitere Informationen:
Publikationsshop im Geschäftsbereich: Broschüre "Geologica Bavarica Bd. 111: Die Geologie beiderseits des Lechs im Raum Schongau"

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