PRESSEMITTEILUNG

Nr. 28 / Dienstag, 09. August 2011

Vogelschutz
Gesucht: Steinhuhn und Steinrötel

Landesamt bittet um Meldung von Beobachtungen der seltensten Brutvögel der bayerischen Alpen

+++ Steinhuhn und Steinrötel sind die seltensten Brutvögel der bayerischen Alpen - jahrzehntelang galten sie als verschollen. Nun könnten sie wieder in unsere Bergregion einziehen. Dies lassen Bruterfolge in jüngster Zeit vermuten, so Claus Kumutat, Präsident des Landesamtes für Umwelt (LfU). Kumutat: „Steinhuhn und Steinrötel sind in wärmeren Gebirgsregionen zuhause. Möglicherweise profitieren sie von der Klimaerwärmung – dann könnten sie in Zukunft auch bei uns öfter anzutreffen sein. Ein rascheres Abtauen der Schneedecke würde diesen Arten zugute kommen.“ Die heimlichen Bergbewohner sind selten. So selten, dass auch die Vogelkundler des LfU sie kaum je zu Gesicht bekommen. Kumutat bittet daher Hirten, Almbauern und Wanderer um Mithilfe. Denn sie sind im Sommer im Lebensraum der beiden Arten unterwegs – der jüngste Hinweis auf eine Steinhuhn-Familie im Vorgebirge des Karwendels stammt von einem Hirten. Kumutat: „Nur wenn man weiß, wo die Tiere leben, kann man ihren Lebensraum gezielt schützen. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie ein Steinhuhn oder einen Steinrötel beobachten!“ Auch Funde von Federn liefern den Fachleuten wertvolle Hinweise. +++

Für das Steinhuhn liegen aus den letzten Jahrzehnten nur sehr wenige Nachweise aus Bayern vor. Erste Beobachtungen während der Brutzeit gab es erst wieder 2002 im Allgäu. Das Steinhuhn ist ungefähr rebhuhngroß, oben graubraun und an den Flanken auffallend gestreift. Die Kehle ist reinweiß und der schwarze Überaugenstreif deutlich zu sehen. Schnabel und Füße sind rot. Der Ruf besteht aus einer unrhythmischen Reihe kurzer, abgehackter Töne, die manchmal von einer schnellen, kichernden Ruffolge unterbrochen wird. Das Steinhuhn kommt in den Bergregionen Westeuropas vor.
Der Steinrötel brütet in den gesamten Alpen von Südfrankreich bis Griechenland. In den bayerischen Alpen gelang nach 1983 der erste Brutnachweis erst im Jahr 2000. Im Werdenfelser Land wurde 2008 eine Brut mit vier flüggen Jungvögeln beobachtet. Der Steinrötel ist ungefähr amselgroß. Der graublaue Kopf, die rostrote Unterseite und der helle Rückenfleck machen das Männchen unverwechselbar. Weibchen und Jungvögel sind unterseits bräunlich mit dichter, dunkler Bänderung, oben braun, manchmal scheckig wirkend. Typisch ist ein weicher Gesang aus flötenden und zwitschernden Tönen, der von einer hohen Warte oder im Singflug vorgetragen wird.

Fundmeldungen bitte an:
Bayerisches Landesamt für Umwelt, Vogelschutzwarte
Gsteigstraße 43, 82467 Garmisch-Partenkirchen
Tel. 08821-2330

Weitere Informationen:
- Fotos von Steinhuhn und Steinrötel können bei Interesse zur Verfügung gestellt werden.
Artenhilfsprogramm Zoologie: Steinhuhn und Steinrötel
Publikationsshop im Geschäftsbereich: Flyer "Gesucht: Steinhuhn und Steinrötel"

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