PRESSEMITTEILUNG

Nr. 48 / Dienstag, 26. Oktober 2010

Stichtagsmessung
Großmessaktion liefert Tiefenlage des Grundwassers

Zeitgleiche Messungen an 700 Stellen ergeben naturgetreues Relief der Grundwasseroberfläche – wichtig für Trinkwasserschutz und Erdwärmenutzung

(Augsburg) +++ Im Inn- und Mangfalltal wird die Grundwasseroberfläche durch Hydrogeologen flächendeckend erfasst. Dies betonte der Präsident des Landesamts für Umwelt, Prof. Albert Göttle zu Beginn der zweitägigen Groß-Messaktion. Göttle: "Verborgen im Untergrund gibt es ausreichende Wasservorkommen, aus denen wir sauberes Trinkwasser gewinnen können, wenn wir ihre Lage und Verbreitung kennen. Es ist daher besonders wichtig, die Tiefe, in welcher Grundwasser angetroffen wird, und die Form dieser Grundwasservorkommen genau zu bestimmen." Dazu wird unter Federführung der Landesamts-Geologen am 26.und 27.Oktober nahezu zeitgleich an rund 700 Grundwassermessstellen, Brunnen und Gewässermesspunkten im Inntal von Kiefersfelden bis Wasserburg am Inn sowie im Mangfalltal von Feldkirchen bis zur Inn-Mündung bei Rosenheim eine so genannte Stichtagsmessung durchgeführt. Göttle: "Die genaue Kenntnis der Grundwasserverhältnisse ist wichtig, um zum Beispiel Erdwärme über Grundwasserwärmepumpen zu gewinnen. +++

Grundwasser ist eine bewegte Landschaft unter der Erde: Ihre Oberfläche ist keineswegs spiegelglatt. Je nach den geologischen Verhältnissen fließt Grundwasser in unterschiedlicher Geschwindigkeit und Richtung. Darüber hinaus unterliegt die Grundwasserbewegung zeitlichen Schwankungen. Eine einzelne Messung zur Beschreibung der Grundwasseroberfläche reicht damit nicht aus. Bei der sogenannten Stichtagsmessung wird deshalb in einer Region gleichzeitig an vielen Stellen der Grundwasserstand gemessen: Erst diese konzertierte Aktion liefert ein naturgetreues Relief der Grundwasseroberfläche und der genauen Fließrichtungen. Die zweitägige Messkampagne wird unterstützt vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, von der Stadt Rosenheim, den umliegenden Gemeinden, den örtlichen Wasserversorgern, von Energieversorgungsunternehmen sowie Firmen der Region. Das Messprogramm ist ein Teil der EU-geförderten "Informationsoffensive Oberflächennahe Geothermie".
www.lfu.bayern.de/geologie/forschung_und_projekte/iogi/index.htm

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