PRESSEMITTEILUNG

Nr. 41 / Montag, 27. September 2010

Gewässer und Klimawandel
Klimawandel verändert Lebensräume in Gewässern

LfU-Präsident Göttle bei Fachkongress in Bayreuth: Klimawandel wird Gewässerökologie verändern / Göttle: "Neue Übersichtsstudie und Internetangebot bieten wichtiges Rüstzeug für Wissenschaft und Verwaltung"

(Bayreuth) +++ Der Klimawandel verändert die Lebensräume auch im Wasser: Zum Beispiel wird sich der Lebensraum für kälteliebende Fischarten hin zu den kühleren Oberläufen der Fließgewässer verkleinern, wenn die Wassertemperaturen insgesamt weiter ansteigen. Dies betonte der Präsident des Landesamtes für Umwelt (LfU), Prof. Albert Göttle, heute auf einem Fachkongress in Bayreuth. Göttle: "Die gewässerökologischen Auswirkungen des Klimawandels rücken zunehmend ins Blickfeld. Ziel ist es, ungünstige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern." Die bisherigen Forschungsergebnisse fasst nun eine neue Übersichtsstudie zu den Gewässern im süddeutschen Raum zusammen. Ein neues Internetangebot erlaubt den schnellen Zugriff auch für die Daten aus Bayern. Entstanden ist die Studie im Rahmen des KLIWA-Programms in enger Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen und der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, Auftraggeber waren das LfU und die Landesumweltämter von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Göttle hob besonders die gelungene Kooperation hervor: "Bei der Klimafolgenabschätzung ist die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Verwaltung besonders wichtig. Die komplexen Folgen können nur durch fach- und institutionsübergreifende Ansätze erkannt und bearbeitet werden." An dem Fachkongress der Deutschen Gesellschaft für Limnologie in Bayreuth nehmen rund 300 Gewässerforscher aus ganz Deutschland teil. +++

In den letzten 100 Jahren sind die Wassertemperaturen im Jahresdurchschnitt um ein Grad angestiegen. Das belegen Langzeitmessreihen an der Donau. Modellrechnungen zum Klimawandel zeigen, dass Wassertemperaturen auf Rekordniveau wie im Juli dieses Jahres künftig häufiger und länger auftreten werden. Diese Änderungen wirken sich vor allem auf die Lebensgemeinschaften der Fische und auf die Kleinlebewelt in den Oberläufen aus. Dadurch könnte sich bei vielen Gewässern auch der ökologische Zustand verschlechtern – bis zu einem Viertel aller Gewässer könnten davon betroffen sein. Wie diese Entwicklung bei der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie berücksichtigt werden kann, wird derzeit unter den Fachleuten diskutiert, denn der ökologische Zustand ist das zentrale Kriterium der Richtlinie. Das LfU koordiniert die Umsetzungsarbeiten im Freistaat und ist zugleich die Informationszentrale.

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL) in Bayreuth wird vom Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung der Uni Bayreuth gemeinsam mit dem LfU ausgerichtet. Wissenschaftler und Praktiker aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nehmen an dem Kongress teil. Mehr als 1.000 Fachleute aus allen Bereichen der Naturwissenschaft widmen sich in der DGL der Erforschung der ökologischen Zusammenhänge und dem Schutz der Binnengewässer.

Weitere Informationen
Die Übersichtsstudie zum Einfluss des Klimawandels auf die Fließgewässerqualität ist im Internet verfügbar unter:
www.lfu.bayern.de/wasser/fachinformationen/klimawandel_auswirkungen/auswirkungen_gewaesserqualitaet/index.htm
Das neue Internetangebot zum Thema Fließgewässerbiologie und Klimawandel finden Sie unter:
www.fliessgewaesserbiologie.kliwa.de

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