PRESSEMITTEILUNG

Nr. 33 / Freitag, 30. Juli 2010

Naturschutzfachkartierung
Zum zweiten Mal Natur-Inventur im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Landesamt bittet private Grundstücksbesitzer um Unterstützung bei der Naturschutzfachkartierung

(Augsburg) +++ Nach etwa 25 Jahren werden nun die Arten und Lebensräume im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erneut unter die Lupe genommen: Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt haben Fachleute mit der sogenannten Naturschutzfachkartierung begonnen. Dazu untersuchen sie detailliert die wertvollen Biotope und Lebensräume. LfU-Präsident Albert Göttle appellierte zu Beginn der Arbeiten an die Grundstücksbesitzer: „Bitte gewähren Sie den Kartierern Zutritt zu Ihren Grundstücken. So können Sie entscheidend zum Erfolg der Natur-Inventur beitragen." Die Geländearbeiten werden von einem Fachbüro aus Bad Tölz durchgeführt und bis Ende Juli 2012 abgeschlossen. Die Ergebnisse der Kartierung stehen voraussichtlich im Frühjahr 2013 zur Verfügung. Rund 100.000 Euro stellt der Freistaat für die neue Natur-Inventur im Landkreis zur Verfügung. In der letzten Kartierung wurden 931 Biotope mit einer Fläche von über 3.100 Hektar erfasst. Dies entspricht einem Biotopanteil von über drei Prozent. Das LfU betreut die Kartierung bayernweit. +++

Fakten-Kasten Naturschutzfachkartierung

  • Die Naturschutzfachkartierung ist eine Weiterentwicklung der Biotopkartierung und der Artenschutzkartierung. Sie liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Tier- und Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
  • Im ersten Schritt der Naturschutzfachkartierung werden die Biotope im Maßstab 1:5000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden.
  • Der zweite Schritt der Naturschutzfachkartierung ist die Artenschutzkartierung. Dabei werden gefährdete Tiergruppen wie Amphibien, Libellen und Tagfalter erfasst, um die aktuelle Verbreitung und Bestandssituation zu ermitteln. Die Ergebnisse werden in der landesweiten Datenbank der Artenschutzkartierung zentral gespeichert.
  • Die Ergebnisse der Naturschutzfachkartierung sind wichtige Grundlagen für die Naturschutzbehörden und für die Kommunen, zum Beispiel bei der Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Auch Planungsbüros und wissenschaftliche Einrichtungen nutzen die Ergebnisse der Kartierung. Zudem werden auf Basis der neuen Daten die Bände der Arten- und Biotopschutzprogramme aktualisiert. Die Kartierung der FFH-Flächen ist außerdem eine wichtige Grundlage für die Managementplanung in den FFH-Gebieten und für die Berichte an die EU.

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