PRESSEMITTEILUNG

Nr. 24 / Mittwoch, 23. Juni 2010

Naturschutz
Natur-Inventur für den Landkreis Eichstätt

Neues Arten- und Biotopschutzprogramm fertig gestellt / LfU-Experte bei Übergabe an den Landrat: "wichtige Entscheidungsgrundlage für Planer und Kommunen"

(Eichstätt) +++ Die Ergebnisse der Natur-Inventur im Landkreis Eichstätt haben die Experten des Landesamtes für Umwelt (LfU) im Landratsamt vorgestellt. Ergebnisse, die sich sehen lassen können: "Wertvollste Lebensräume sind im Landkreis noch erhalten und sind Teile des BayernNetz Natur, eines landesweiten Biotopverbundes", sagte Andreas Otto, Abteilungsleiter Naturschutz im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU), der den neuen Band des Arten- und Biotopschutz-Programms (ABSP) an Landrat Anton Knapp übergab. Das ABSP ist eine wichtige Datengrundlage und Planungshilfe für die Naturschutzbehörden, Gemeinden und Verbände im Landkreis und greift nicht in die Planungshoheit ein. Nach den Worten des LfU-Fachmanns "sind die Aussagen im ABSP die fachliche Leitlinie insbesondere für die Naturschutzbehörden. Damit ist das ABSP auch ein wichtiger Baustein der Bayerischen Biodiversitätsstrategie." Erfasst und ausgewertet wurden mehr als 5.000 Biotopflächen und über 2.500 Tier- und Pflanzenarten. Das LfU erstellt und aktualisiert das Programm bayernweit. Der neue Band des Landkreises Eichstätt wurde unter Beteiligung der Naturschutzfachleute des Landratsamtes von einem Münchener Planungsbüro erarbeitet. Auch die Erkenntnisse ehrenamtlich tätiger Gebietskenner wurden mit aufgenommen. Das Bayerische Umweltministerium hatte für die Kartierungsarbeiten und für das neue Programm rund 300.000 Euro bereitgestellt. Das erste Arten- und Biotopschutzprogramm für den Landkreis ist 17 Jahre alt. +++

Insgesamt wurden rund 6.400 Hektar wertvoller Lebensräume bearbeitet. Von herausragender Bedeutung für den Naturschutz ist das Altmühltal mit Seitentälern. Die offenen Trockenlebensräume an den Leitenhängen nehmen hinsichtlich ihrer naturschutzfachlichen Bedeutung eine Spitzenstellung in Bayern ein. Die Lebensraumkomplexe umfassen Felsfluren, Trocken- und Halbtrockenrasen, Wärme liebende Staudensäume, Gebüsche und Wälder und beherbergen eine Vielzahl äußerst seltener und bedrohter Pflanzen- und Tierarten wie z.B. Eichstätter Mehlbeere, Pfingst-Nelke, Arnolds Habichtskraut, Apollofalter oder Schlingnatter.


Fakten-Kasten Stadtbiotopkartierung

  • Das Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) ist ein Fachkonzept des Naturschutzes. Es analysiert und bewertet auf der Grundlage der Biotopkartierung und der Artenschutzkartierung alle Flächen, die für den Naturschutz wichtig und erhaltenswert sind und leitet aus den Ergebnissen Ziele und Maßnahmenvorschläge ab. Das ABSP wird seit über 20 Jahren für die Landkreise erarbeitet und angewendet, das LfU koordiniert die Arbeiten. Es wird in ganz Bayern nach einem einheitlichen Standard von freien Planungsbüros und Spezialisten im Auftrag des LfU durchgeführt.
  • Biotope sind Lebensräume für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Sie sind zudem für den Naturhaushalt und den Menschen von besonderer Bedeutung. In der Biotopkartierung werden die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen im Gelände erfasst.
  • Die Artenschutzkartierung erfasst die Fundorte und Lebensräume seltener Tierarten und speichert diese in einer landesweiten Datenbank.
  • Die Ergebnisse des ABSP sind wichtige Grundlagen für die Naturschutzbehörden und für die Kommunen, zum Beispiel bei der Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Auch Planungsbüros und wissenschaftliche Einrichtungen nutzen die Daten.
  • Zum Erhalt und zur Förderung besonders schutzwürdiger Gebiete gibt es in ganz Bayern über 364 BayernNetz Natur-Projekte.



Weitere Informationen
Der neue Landkreisband einschließlich der Texte, der Karten sowie eines Anwenderprogramms kann gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro als CD-ROM beim LfU bestellt werden: absp@lfu.bayern.de
Allgemeine und weiterführende Informationen zum Arten- und Biotopschutzprogramm finden Sie unter www.lfu.bayern.de in der Rubrik Natur/Fachinformationen.

Downloads

PDF-Datei zur Pressemitteilung