Bayerisches Landesamt für
Umwelt

PRESSEMITTEILUNG

Nr. 06 / Montag, 29. August 2005

Biotopkartierung
LfU erfasst wertvolle Biotope in der Stadt Hof

Landesamt bittet private Grundstücksbesitzer um Unterstützung

(Augsburg/ München) +++ In Kürze sind in Hof die ersten Kartierer unterwegs: Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und in Zusammenarbeit mit der Stadt Hof beginnen sie mit der sogenannten Biotopkartierung. LfU-Präsident Albert Göttle appellierte zu Beginn der Arbeiten vor allem an die privaten Grundstücksbesitzer, die Kartierer zu unterstützen und ihnen Zutritt zu gewähren: „Die Anwohner von Hof können damit entscheidend zum Erfolg beitragen“. Das LfU betreut die Biotopkartierung bayernweit. Die Geländearbeiten werden bis zum Herbst nächsten Jahres abgeschlossen. Die erste Biotopkartierung von Hof liegt inzwischen mehr als 15 Jahre zurück. +++

Fakten-Kasten Biotopkartierung

  • Biotope sind wichtige Lebensräume für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Sie sind zudem für den Naturhaushalt und den Menschen von besonderer Bedeutung.
  • Die Biotopkartierung erfasst ökologisch wertvolle Lebensräume und wird nach einem einheitlichen Standard flächendeckend in ganz Bayern durchgeführt. Sie gliedert sich in die vier Bereiche Flachlandbiotopkartierung, Alpenbiotopkartierung, Stadtbiotopkartierung und Kartierung militärischer Liegenschaften. Das LfU koordiniert die Arbeiten und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
  • Seit 1985 werden in Bayern die Biotope landesweit im genauen Kartierungsmaßstab von 1:5000 kartiert. Speziell ausgebildete Kartierer erfassen und beschreiben die für den Naturschutz wichtigen Flächen im Gelände und die dort wachsenden Pflanzen. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf dem neuesten Stand zu halten.
  • Die Biotopkartierung hat weder das Ziel noch die Möglichkeiten, Flächen unter Schutz zu stellen oder Grundstückseigentümern bestimmte Bewirtschaftungsweisen vorzuschreiben. Sie ist lediglich eine Bestandsaufnahme und erfasst alle Flächen, die für den Naturschutz wichtig und erhaltenswert sind. Mögliche Einschränkungen ergeben sich ausschließlich aus bestehenden gesetzlichen Vorgaben.
  • Die Ergebnisse sind wichtige Grundlagen für die Naturschutzbehörden und für die Kommunen, zum Beispiel bei der Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Aber auch Planungsbüros und wissenschaftliche Einrichtungen nutzen die Biotopkartierung.
  • Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden.
  • Im Unterschied zur Flachlandbiotopkartierung werden bei der Stadtbiotopkartierung zusätzliche, typisch städtische Biotoptypen wie Parks oder Einzelbäume kartiert. Darüber hinaus werden auch Tiergruppen wie Amphibien und Libellen erfasst.
  • Weitere Infos zur Biotopkartierung und deren Ergebnisse unter www.lfu.bayern.de, Rubrik ’Natur’.

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