Wildtiermanagement
Das Wildtiermanagement umfasst alle Maßnahmen und Aktivitäten für den Umgang mit Interessenskonflikten, die durch Wildtiere verursacht sind. Dabei sind die speziellen Ansprüche der Menschen und Wildtiere, die in der Region leben, zu berücksichtigen. Die geltenden Gesetze sind die Grundlage des Handelns.
Beim Wildtiermanagement ist oft die Einbindung betroffener Personenkreise sowie ehrenamtlich tätiger Personen sinnvoll. Je nach der Komplexität der Situation werden dafür konkrete Beteiligungs- und Entscheidungsstrukturen geschaffen.
Aufgaben des Wildtiermanagements
Zum Wildtiermanagement gehören grundsätzlich:
- Monitoring (Erfassung, Zählung)
- Öffentlichkeitsarbeit
- Information und Beratung Betroffener
- Prävention von Schäden
- Ausgleichszahlungen
Wildtiermanagement für Große Beutegreifer
Zu den großen Beutegreifern zählen Wolf, Bär und Luchs. Für das Management dieser Tiere wurden spezielle Strukturen geschaffen:
- Die Steuerungsgruppe "Große Beutegreifer" bearbeitet grundsätzliche und strategische Entscheidungen und ist auf Ebene der beteiligten Ministerien (für Umwelt und Landwirtschaft) und der Verbandsspitzen (BBV; BJV; BN, LBV) tätig. Die Steuerungsgruppe wurde 2006 vom Umweltministerium eingesetzt.
- Die Arbeitsgruppe "Große Beutegreifer" entwickelt zum Beispiel die Managementpläne für Luchs, Bär und Wolf und begleitet deren Umsetzung. Bei der Arbeitsgruppe dabei sind: Behördenvertreter aus Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Vertreter der Verbände aus Landwirtschaft, Jagd, Natur- und Tierschutz, Wald- und Grundeigentum sowie weitere Fachleute. Sie wurde ebenfalls 2006 vom Umweltministerium eingesetzt.
- Das "Netzwerk Große Beutegreifer" wurde bayernweit etabliert: Etwa 120 ehrenamtlich tätige Personen (Jäger, Vertreter Naturschutz, Förster, Landwirte) sind vor Ort als Ansprechpartner für Betroffene schnell erreichbar. Sie vermitteln Kontakte zu Fachleuten und sammeln Beobachtungen für das Monitoring.
- Aus dem "Ausgleichsfonds Große Beutegreifer" werden Betroffene entschädigt, deren Nutztiere durch Große Beutegreifer getötet oder verletzt wurden. Die Wildlandstiftung Bayern, der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz bilden seit 2008 die Trägergemeinschaft (15 % der Ausgleichssumme). Der Fonds wird durch die Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds unterstützt (85 % der Ausgleichssumme). Die Ausgleichszahlungen sind freiwillig. Ein Rechtsanspruch auf einen finanziellen Ausgleich besteht nicht, da der Staat grundsätzlich nicht für Schäden haftet, die durch wildlebende Tiere verursacht werden.
- Regionale Strukturen ergänzen fallweise diese Strukturen, beispielsweise in Koordinationsgruppen an den Bezirksregierungen und in Landkreisrunden. Hierzu gehören auch die Etablierung einer Wolfsbeauftragten des LfU für die Region Mangfallgebirge in Miesbach und die regionale Arbeitsgruppe "Maßnahmen und Umsetzung Herdenschutz". Sie arbeitet unter Leitung der regionalen Wolfsbeauftragten und in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft.
Managementpläne
Die Managementplanung ist in Bayern – wie auch in anderen Bundesländern und der Schweiz - stufig aufgebaut. Die Pläne werden stetig weiter entwickelt:
Stufe I bezieht sich auf einzelne, durchziehende Tiere (vorliegend: Wolf, Bär)
Stufe II bezieht sich auf einzelne, aber standorttreue Tiere (in Bearbeitung: Wolf)
Stufe III bezieht sich auf etablierte Populationen in einem Raum (vorliegend: Luchs)
Weiterführende Informationen
Links
- Publikationsshop im Geschäftsbereich: Broschüre "Die großen Vier - vom Umgang mit Luchs, Wolf und Bär"
- Publikationsshop im Geschäftsbereich: Terminplan zur Ausstellung "Die großen Vier – vom Umgang mit Luchs, Wolf und Bär"
- Luchsprojekt Bayern
- Luchsprojekt Nationalpark Bayerischer Wald
- Große Beutegreifer in der Schweiz
- Online-Lernwerkstatt Wolf, Luchs, Bär - nicht nur für Kinder
- Bären in der Schweiz
Dokumente zum Download/Bestellen
- Flyer "Rückkehr von Wolf, Luchs und Bär - Was tun als Nutztierhalter?" - PDF
- Broschüre "Was tun bei einer Rückkehr von Wolf, Luchs und Bär? Informationen für Nutztierhalter und Behörden in Bayern" - PDF
- Elchplan für Bayern – Strategien zum Umgang mit wandernden Elchen. Quelle: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forst - PDF
