Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Riedteufelprojekt

Riedteufel
Riedteufel (Minois dryas); Foto: Dr. Andreas Zehm
Vielerorts werden kleine, nicht zusammenhängende Streuwiesenflächen aus arbeitswirtschaftlichen Gründen aufgegeben oder einer intensiveren Nutzung zugeführt und damit zerstört. Das Projekt "Riedteufel" des Bayerischen Landesamts für Umwelt (2007 – 2010) verdeutlicht, wie wichtig der Lebensraum Streuwiese ist und wie dieser in Zusammenarbeit mit Landschaftspflegeverbänden und landwirtschaftlichen Betrieben nachhaltig erhalten und genutzt werden kann. Diese Prozesse einzuleiten und zu unterstützen war Ziel des Projekts. Der Riedteufel ist eine für Streuwiesen typische, leicht erkenntliche Schmetterlingsart. Sie ist namensgebend für das Projekt. In Zusammenhang mit den ökologischen Anbauverbänden (Bioland, Demeter, Naturland) hat das Landesamt für Umwelt Informationen über den Maschineneinsatz bei der Streugewinnung, die Aufbereitung, den Einstreu und das Ausbringen des Mistes zusammengetragen.

Betriebswirtschaftliche Aspekte der verschiedenen Stallsysteme (Stichwort Umrüstung auf Streuwirtschaft) spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Reaktivierung brach gefallener Streuwiesen in die Nutzung, die Verwertung und Vermarktung von Streu und die Organisation von Streubörsen.
Auf Informationsveranstaltungen (Streuwiesentage) konnten Landwirte, Naturschutz-interessierte und Vertreter des Tourismus viel Interessantes über die traditionelle Mahd und die heimische Flora und Fauna der Streuwiesen erfahren. Die Arbeitsschwerpunkte waren Streuwiesentage, Evaluierung von Stallanlagen und die Ausarbeitung konkreter Hinweise zum Stallbau. Dies erfolgte in Kooperation mit den Ämtern für Landwirtschaft und Forsten, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, dem Bauernverband, dem Bund der Deutschen Milchviehhalter und den ökologischen Anbauverbänden.

Für weitere Informationen kann unten das Merkblatt „Streuwiesen nutzen – Artenvielfalt erhalten“ heruntergeladen werden.

Übergabe Schlussbericht zum Riedteufelprojekt
Präsident A. Göttle (links) übernimmt im Herbst 2010 den Schlussbericht zum Riedteufelprojekt von Projektkoordinator Martin Hermle (Mitte). Rechts im Bild Josef Zeislmeier, der Vorstandsvorsitzende des Landschaftspflegeverbands Ostallgäu und Bürgermeister in Pfronten; Foto: Ulrich Sorg