Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

NATURA 2000 - Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse
(Anhänge II, IV, V FFH-RL)

Die FFH-RL enthält drei Anhänge mit zu schützenden Arten:

  • Anhang II beinhaltet "Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen"; darunter befinden sich prioritäre Pflanzen- und Tierarten, die so bedroht sind, dass der Europäischen Gemeinschaft für deren Erhaltung "besondere Verantwortung" zukommt. Ihre Habitate sind neben den Anhang I-Lebensraumtypen essenzielle Bestandteile des europäischen Netzes NATURA 2000.
  • Anhang IV enthält "streng zu schützende Arten von gemeinschaftlichem Interesse" und bezieht sich auf die "Artenschutz"-Artikel 12 und 13 FFH-RL, wobei zahlreiche Arten gleichzeitig auch in Anhang II enthalten sind.
  • In Anhang V sind Arten aufgelistet, für die nach Artikel 14 FFH-RL Entnahme und Nutzung zu regeln sind. Vor allem die im Wasser lebenden "nutzbaren" Arten (Seehund, Robben, div. Fische, Flussperlmuschel, Krebse) stehen meist auch schon im Anhang II.

Eine Übersichtstabelle aller ca. 260 bundesdeutschen Anhangs-Arten Arten bietet das Bundesamt für Naturschutz.

Von den deutschlandweit 135 in Anhang II gelisteten Arten kommen 87 in Bayern vor; davon sind 9 prioritär. Sechs dieser Arten gelten derzeit als ausgestorben bzw. ihr Status ist unklar. 14 Arten sind im Rahmen der EU-Osterweiterung dazugekommen, und der Steinkrebs, der bereits in Anhang V stand, wurde zusätzlich als prioritäre Art aufgenommen.

132 (+ 2) Arten des Anhangs IV kommen nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz (s. o.) in Deutschland vor. Aus Bayern sind bisher 101 Anhang IV-Arten bekannt, davon knapp 90 aktuelle Vorkommen.

Schließlich sind von den bundesweit 89 Arten des Anhangs V (darunter allein 38 Torfmoos-Arten der Gattung Sphagnum!) die meisten auch in Bayern nachgewiesen; eine Liste befindet sich in Vorbereitung.

NATURA 2000 - Tier- und Pflanzenarten