Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Moortypen in Bayern

Die Unterscheidung der Moortypen erfolgt nach ihrer Wasser- und Mineralstoffabhängigkeit; demnach sprechen wir von Niedermoore, die mit dem oberflächennahen Grundwasser in Kontakt stehen und in naturnahem Zustand meist artenreich und wüchsig erscheinen. Bei den sich weitgehend von höheren Niederschlägen abhängig entwickelnden Mooren, die zudem artenarm sind und ein wesentlich geringerer Stoffumsatz statt findet, sprechen wir von Hochmooren. Eine weitergehende Differenzierung erfolgt aus geomorphologisch- hydrologischer Lage und Einbettung der Moore in die Landschaft.

Moore besitzen ein oberirdisches und meist ein unterirdisches Einzugsgebiet, das sie beeinflussen, von dem sie aber auch gesteuert werden. Jedes Moor stellt sich diesbezüglich in einer anderen Ausprägung dar.
Diese hydrologisch-entstehungsgeschichtlichen Verhältnisse des jeweiligen Moores sind neben der Flächenverfügbarkeit entscheidendes Kriterium für eine erfolgversprechende Auswahl und Umsetzung der vielfach so dringlichen Renaturierungsmaßnahmen.

Schematische Darstellung der Moorentwicklung: Vom offenen Gewässer über eine Niedermoorentwicklung zum Hochmoor Bild vergrössern Schematische Darstellung der Moorentwicklung: Vom offenen Gewässer über eine Niedermoorentwicklung zum Hochmoor (Grafik: PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH)

Wachsendes halboffenes Hochmoor Bild vergrössern Wachsendes halboffenes Hochmoor mit randlichem Spirkenbestand (Foto: U.M. Sorg)
Herbstmahd einer Streuwiese auf Niedermoor Bild vergrössern Herbstmahd einer Streuwiese auf Niedermoor (Foto: U. M. Sorg)

Bei der Gliederung der Moore in Haupt- und Subtypen werden zum einen die hydrogenetischen, zum anderen die morphologischen Verhältnisse der einzelnen Moore zugrunde gelegt. Zusätzlich werden in dieses hydrogenetisch-morphologische Grundgerüst vegetationsökologische Moortypen als Subtypen eingebaut.

Um klare Aussagen zu jedem einzelnen Moor treffen zu können, wird im Rahmen der Moortypisierung jeder Moortyp hinsichtlich Vorkommen, Aufbau, Bedeutung sowie Renaturierungspotential und Beeinträchtigungen analysiert. Eine kurze Charakterisierung des jeweiligen Lebensraumkomplexes, der Vegetation sowie typischer Pflanzen- und Tierarten schließt sich an. Umfassende Informationen dazu finden sich in der Ausarbeitung von DINGLER B. und RINGLER A. 2005 in Heft 180 der LfU-Schriftenreihe (Publikationen).

Moorkarte Bild vergrössern Als Arbeitsgrundlage für das Moorentwicklungskonzept Bayern erstellte die TU München 2004 diese Moorkarte mit Stand 1914: Die Hochmoore liegen überwiegend am Alpenrand und im Bayerischen Wald, die Niedermoore im Alpenvorland bis zur Donau

Eine neue Moorkarte Bayern liegt in Kürze vor

Das Landesamt für Umwelt erstellt derzeit aus der Übersichtsbodenkarte (ÜBK25) eine neue Moorkarte für Bayern. Grundlage dazu sind Bodentypen aus verschiedenen Fachkartierungen, die in den Kategorien Hochmoore, Niedermoore und erstmals auch den Anmooren dargestellt werden. Der Bearbeitungsstand liegt derzeit bei ca. 85 % der Fläche des Freistaats. Bis 2014 liegt ein einheitlich bearbeiteter Gesamtüberblick vor: Es wird mit den vorhandenen Bodendaten bereits 2011 eine erste Auswertung (Flächenberechnung) erstellt. Die derzeit bundesweit laufende Erfassung und Darstellung der organischen Böden durch die Humboldt-Universität – Berlin, dem Heinrich von Thünen-Institut vTI Braunschweig im Verbund mit der TU-München ergänzen sich und bilden die aktuelle Moorverbreitung in Bayern ab.