Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Moorschutz in Bayern

Moorlandschaft Bild vergrössern Offenes Hochmoor, Großes Moor - Lange Rhön (Foto: M. Luwe)

Moore gehören zu den wertvollsten Lebensräumen der bayerischen Landschaft. Sie sind charakteristische, unverzichtbare Bestandteile unseres Naturerbes.

Naturnahe Niedermoore und insbesondere Hoch- und Übergangsmoore sind einzigartige „Hotspots“ der Arten- und Lebensraumvielfalt; sie sind von großer Bedeutung für den Klimaschutz und für den regionalen Landschaftshaushalt.

Von der Moorentwicklung zum Klimaprogramm

Moore leisten einen wertvollen Beitrag zum Schutz hoch bedrohter Tier- und Pflanzenarten, zum Erhalt einer besonders vielfältigen Biodiversität, verfügen je nach Erhaltungszustand und Lage über ein enormes Wasserrückhaltevermögen und tragen durch eine dauerhafte Fixierung ihres hohen Kohlestoffvorrates sehr wesentlich zum Klimaschutz bei.

Fachtagung

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) veranstaltet zusammen mit der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) am 30.April 2014 eine Tagung zum Thema "Moorschutz ist Klimaschutz".
Näheres können Sie nachfolgender PDF-Datei entnehmen.

Durch die Bindung des Kohlenstoffs in Form eingelagerter Pflanzenreste, dem Torf, speichern Moore große Mengen an Kohlenstoff und wirken somit als klimafreundliche Stoffsenke: Moorschutz ist in besonderem Maße auch Klimaschutz. Bleibt dieser Schutz der Moore mit ihren durchfeuchteten Torfkörpern ganz oder teilweise aus, so besteht Gefahr, dass diese Feuchtgebiete ihre „Dienstleistungen“ für den Menschen (Selbstreinigung der Gewässer, Filter der Luft, Ausgangsstoffe für Medikamente und Nahrungsmittel), noch weiter verlieren bzw. nicht mehr im bisherigen Umfang erbringen können.

Moore können diese wichtigen Funktionen im Naturhaushalt nur in einem intakten Feuchtezustand erfüllen. Die meisten bayerischen Moore werden diesen Bedingungen heute nicht mehr gerecht. Durch die Entwässerung und "Kultivierung" von Mooren entstanden zwar vielfach geeignete Flächen für die Land- und Forstwirtschaft. Durch die Zersetzung der einst unter Luftabschluss eingelagerten Pflanzen entsteht jedoch insbesondere Kohlendioxid. Jeder Hektar entwässertes Hochmoor setzt im Jahr die gleiche Menge an Kohlendioxid frei wie ein Mittelklassewagen mit einer Fahrtleistung von 20.000 km. Außerdem verlieren Moore durch die Torfzersetzung ihre Substanz und sacken zusammen.

Personen am Moospegel Bild vergrössern Der Moospegel im Donaumoos bei Ludwigsmoos zeigt den deutlichen Moorbodenverlust seit 1836 (Foto: U.M. Sorg)

Über die bisher schon geleistete Renaturierungsarbeit der Naturschutzbehörden, der Staatsforstverwaltung bzw. der Bayerischen Staatsforsten und der Naturschutzverbände hinaus, besteht die Notwendigkeit einer durchgreifenden Verbesserung und Weiterentwicklung der Erhaltungszustände der Moore.

Das LfU hat im Jahr 2003 begonnen, fachliche Grundlagen für einen fach- und ressortübergreifenden Moorschutz für Bayern zu erstellen und entwickelt diesen Ansatz kontinuierlich zu einem Moorschutzprogramm weiter.

Die praktische Umsetzung des Moorschutzes erfolgt durch die Naturschutz- und Forstbehörden sowie die Naturschutz- und Landschaftspflegeverbände mit unterschiedlichen Förderungen angelehnt an das Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP).

Mit dem von der Bayerischen Staatsregierung 2008 aufgestellten Klimaprogramm Bayern KLIP 2020 und den dafür eingestellten Sondermitteln übernahm das LfU die Koordination zur inhaltlichen Erweiterung des Moorschutzes, um in wissenschaftlicher Begleitung insbesondere auch eine Reduktion an Treibhausgasen zu bewirken.

Mit dem Ziel, das bisherige Moorentwicklungskonzept zu einem Bayerischen Moorschutzprogramm weiter zu entwickeln, befassen sich das LfU – Referat Arten und Lebensraumschutz, die zuständigen Naturschutzbehörden und das Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, im Verbund mit den Naturschutzverbänden sowie den Erkenntnissen der Landesanstalten der Land- und Forstwirtschaft und den Erfahrungen der Bayerischen Staatsforsten.

Zur Entwicklung der Übergangs- und Hochmoore im Chiemgau zwischen den Jahren 1969-72 und 2010/2012 wurde eine vergleichende Untersuchung durchgeführt. Die Auswertung und Aufarbeitung der aktuellen Wiederholungskartierung in den bayerischen Hoch- und Übergangsmooren durch Giselher Kaule und Alexander Peringer durch die Universität Stuttgart wurde aus Mitteln des Bayerischen Landesamtes für Umwelt - Moorrenaturierung im Klimaprogramm 2020 gefördert.

Das Landesamt für Umwelt erstellte aus der Übersichtbodenkarte Bayern (ÜBK25) erstmals eine eigene Karte über die Verbreitung sogenannter kohlenstoffreicher Böden. Diese Daten bilden die Grundlage für die Aufstellung einer bundesweiten Verbreitungskarte Organischer Böden. Mit der neuen „Moorbodenkarte Bayerns“ erfährt die Arbeit im Moor- und Klimaschutz eine wesentliche Datengrundlage, auch für den Fördervollzug.

Die Auswahl der Böden für die neue Moorkarte richtet sich nach den GUIDELINES 2006 des Internationalen Klimarates („Intergovernmental Panel on Climate Change“ – IPCC) und umfasst alle Boden- bzw. Substrattypen ab 9% C-org (=15 % und mehr Humusanteil) und benennt diese Bodentypen in den Moorklassen Hochmoor, Niedermoor und Anmoor. Somit werden bundeseinheitliche Standards für die Meldung der organischen Böden und zugleich für die Aufstellung der neuen Moorkarte Bayerns festgelegt. Die historische Moorkarte liefert dennoch weitere Informationen für gewisse Schutzstrategien.

Mittelfristig ist beabsichtigt, die der Karte zugrundeliegenden Daten auch im Maßstab 1:25.000 zur Verfügung zu stellen.

Die Karte im Maßstab 1:500.000 kann im Publikationsshop des Umweltministerium heruntergeladen werden.

Mittelfristig ist beabsichtigt, die Moorbodenkarte auch im Maßstab 1:25.000 zur Verfügung zu stellen.

Die Moorbodenkarte (Stand November 2011) zum Donaumoos südlich von Neuburg – Ingolstadt wurde durch Ausleitung bestimmter Moorbodentypen (kohlenstoffreicher Böden) aus der Übersichtsbodenkarte ÜBK 1:25.000 erstellt und als Naturraum-Sonderkarte durch das LfU im Dezember 2013 in geringer Stückzahl aufgelegt.
Die reine Darstellung der Niedermoor- und Anmoorböden im Maßstab 1:40.000 erfuhr durch die Einbindung einiger Bilder mit typischen Landnutzungsformen und Besonderheiten eine attraktive Aufmachung.