Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Effektive Maschenweite in Bayern

Die Erfassung der Landschaftszerschneidung über die Anzahl der unzerschnittenen verkehrsarmen Räume (UZVR) ist sehr hilfreich für spezielle planerische Fragestellungen. Die UZVR sind jedoch weniger dafür geeignet, die Struktur der Zerschneidung und die Gesamtzerschneidungssituation darzustellen. So wird beispielsweise die Verkleinerung einer Fläche von 180 km2 auf 120 km2 nicht erfasst oder die "Zerteilung" eines 250 km2 großen UZV-Raumes in zwei 125 km2 große UZV-Räume täuscht eine Verbesserung der Situation vor.

Die von Dr. Jochen Jaeger (Professur für Natur- und Landschaftsschutz, ETH Zürich) entwickelte Methode der effektive Maschenweite leistet dies. Sie aggregiert die Informationen über die Landschaftszerschneidung zu einer zahlenmäßigen Kenngröße: Die effektive Maschenweite ist ein errechneter Mittelwert für die „Maschengröße“ eines Raums und berücksichtigt neben der Größe der aus der Zerschneidung resultierenden Teilräume auch die Struktur der Zerschneidung. Die Definition der effektiven Maschenweite meff basiert auf der Wahrscheinlichkeit, dass zwei beliebige Punkte, die in einem Gebiet liegen, nach der Zerteilung des Gebiets (z. B. durch eine Straße) noch gemeinsam in einer Fläche liegen. Der Wert von meff liegt zwischen 0 (total zerschnitten oder überbaut) und der Gesamtgröße des betrachteten Raumes (völlig unzerschnitten). Der Zerschneidungsgrad eines Landschaftsraumes ist also umso höher, je niedriger der Wert der effektiven Maschenweite ist.

Zusammen mit der Ermittlung der unzerschnittenen verkehrsarmen Räume wurde auch die effektive Maschenweite analysiert. Sie ergab für Bayern einen Wert von ca. 70 km2. Sie liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt von ca. 82 km2.