Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Gemeinde Straßlach-Dingharting, Oberbayern

Der Landschaftsplan sichert und verbessert die Erholungsmöglichkeiten in Natur und Landschaft und kann eine landschaftsverträgliche Erholungsnutzung lenken.

Anforderungen

Die Gemeinde Straßlach-Dingharting liegt südlich von München inmitten einer Rodungsinsel. Einzelne Moränenhügel bieten attraktive Aussichtspunkte mit unverstelltem Blick auf das Alpenpanorama. Dies macht einen besonderen Reiz dieser Landschaft aus. Durch die Nähe zur Großstadt erfüllt der ländliche Raum hier nicht nur die Erholungsansprüche der ortsansässigen Bevölkerung, sondern ist vor allem an Wochenenden stark von Ausflüglern frequentiert.
Der zunehmende Nutzungsdruck durch Erholungssuchende führt zu

  • Zielkonflikten zwischen konkurrierenden Freizeit- und Erholungsaktivitäten (z.B. Radwandern, Reiten, Golfen),
  • Belastungen ökologisch hochwertiger und charakteristischer Landschaftsteile,
  • Übernutzung vorhandener Erholungseinrichtungen (Wegenetz).
Wiese



Die Gemeinde setzt sich das Ziel, die Attraktivität des Landschaftsraumes in Qualität und Umfang zu bewahren und die ruhige, extensive Erholung in der Landschaft gezielt zu fördern.

Ergebnisse

Der Landschaftsplan

  • ermöglicht die Erfassung und planerische Sicherung von landschaftsbildprägenden Landschaftsteilen und charakteristischen Elementen der Kulturlandschaft
  • schließt intensive Erholungsformen (z.B. Golfplätze) in Gebieten mit besonderer landschaftlicher Qualität bzw. hoher Nutzungsempfindlichkeit aus und stellt gut geeignete Alternativstandorte dar
  • formuliert Ziele und planerische Vorgaben für nachfolgende Planungsschritte, die eine landschaftsverträgliche Erholungsnutzung sichern und stärken (naturschonende Pflege, landschaftliche Einbindung, Nutzungsbeschränkungen)
  • bereitet Erholungs- und Wegekonzepte, auch unter Berücksichtigung der Belastbarkeit von Vegetation und Tierwelt, planerisch vor und fördert die Erlebbarkeit der landschaftlichen Schönheit durch Besucherlenkung, Erschließung markanter Ziel- und Aussichtspunkte, Entzerrung konkurrierender Nutzungen etc.
Fließgewässer
Durch Maßnahmen der Besucherlenkung fördert der Landschaftsplan gleichermaßen den Schutz landesweit bedeutender Lebensraumkomplexe, die Aufwertung der Biotopqualität und den Biotopverbund im Isar- und Gleißental.

Der Landschaftsplan sichert die Erholungsqualität der Landschaft.

Ausschnit Landschaftsplan
Der Landschaftsplan stellt an unemfpindlichen und landschaftlich verträglichen Standorten am Rand der Rodungsinsel großflächig zusammenhängende Sportfreiflächen dar, die für den Golfsport bestimmt sind. Weiterführende Planungsanforderungen an Gestaltung und Nutzung werden textlich formuliert.Bestehende charakteristische landschaftliche Strukturen wie z.B. Feldgehölze, Baumreihen, Hecken und artenreiche Wiesen werden als Flächen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft dargestellt. Sie werden ebenso wie die Ausgleichsflächen für die intensive Erholungseinrichtungen in das landschaftliche Gesamtkonzept integriert und so planerisch gesichert.

Weitere Erfolge

  • Der Landschaftsplan trägt dazu bei, den landschaftlichen Charakter der Gemeinde zu bewahren und wertet das Wohnumfeld der ortsansässigen Bevölkerung auf.
  • Ein landschaftsverträgliches Erholungskonzept schützt die ökologisch wertvollen Landschaftsteile und wird damit den unterschiedlichen Ansprüchen der Erholungssuchenden aus der nahen Großstadt auch langfristig gerecht.
  • Der Landschaftsplan beugt Konflikten - insbesondere zwischen Erholungsnutzung und Naturschutz - vor.
  • Ein überzeugendes schlüssiges Erholungs- und Nutzungskonzept auf der Basis des Landschaftsplanes ermöglicht die Inanspruchnahme von Fördermitteln für Maßnahmen der Besucherlenkung und Umweltinformation.
  • Der Landschaftsplan unterstützt die Gemeinde bei Entscheidungen gegenüber Flächenansprüchen Dritter und erhöht die Planungssicherheit auch für Betreiber und Investoren von Erholungseinrichtungen (Golfplatz).

Stimmen zum Landschaftsplan

"Durch die schöne Landschaft und die Nähe zu München ist es für die Gemeinde Straßlach besonders wichtig, die Freizeitnutzung mit der landwirtschaftlichen Nutzung und dem in der Gemeinde beheimateten Kiesabbau in Einklang zu bringen. Der Landschaftsplan ist hierfür ein sehr gut geeignetes Steuerinstrument.
Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Nutzung zu bevorzugen, sondern ein ausgeglichenes Gleichgewicht herzustellen: Die Erholungsnutzung ist für die Gemeinde ein wichtiger Faktor, der aber nur Bestand hat, wenn die Schönheit der Kulturlandschaft erhalten und weiterentwickelt wird. Die Kulturlandschaft ist Ergebnis der Nutzung durch eine leistungsfähige Landwirtschaft. Gleiches gilt für den Kiesabbau, der in Form von Badeweihern wiederum der Erholungsnutzung zugute kommt. Dabei ist es wichtig, dass der Landschaftsplan von allen Bevölkerungsschichten akzeptiert ist, da er sonst kaum oder nur zögerlich umgesetzt wird." Irene Burkhardt, Landschaftsarchitektin

Informationen zur Gemeinde und zum Landschaftsplan

Gemeindedaten

  • Gemeindegröße: 2.839 ha
  • Einwohner: 2.476 (31.12.1989), 3.104 (31.10.2003)
  • Ortsteile: Straßlach, Hailafing, Groß- und Kleindingharting, Beigarten, Deigstetten, Ebertshausen, Holzhausen, sowie Bebauungen im Mühltal und das Gut Epolding

Flächennutzungen

  • Siedlungsflächen ca. 6%
  • Landwirtschaft ca. 44%
  • Forstwirtschaft ca. 43%

Lage in den Naturräumen: "Südliche Münchener Schotterebene" im Nordosten "Ammer-Loisach-Hügelland" im Süden

Daten zum Landschaftsplan

  • 1992 Beschluss zur Neuaufstellung des Landschaftsplanes
  • 1993 Vorentwurf
  • 1998 Entwurf
  • 1998 Vorstellung vor den Landwirten der Gemeinde
  • 1999 Fertigstellung des Landschaftsplanes

Bearbeitung

Irene Burkhardt Landschaftsarchitekten
Fritz-Reuter-Straße 1
81245 München
Telefon 089/82085540
Telefax 089/82085549