Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Landschaftsplanumsetzung der Stadt Osterhofen, Landkreis Deggendorf

Projektbeschreibung

Gäuboden
Der Gäuboden

Im Jahre 1998 begann mit Hilfe von Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen und der Europäischen Union die Arbeit an der Umsetzung des 1982 aufgestellten Landschaftsplanes in ausgewählten Bereichen. Hierzu gehörten insbesondere die intensiv genutzten Teilbereiche der Donauniederungen, der Osterhofener Gäulagen sowie des Forstharter Rückens. In diesen Schwerpunktbereichen wurden Grundstückseigentümer beraten und einzelne Maßnahmen zur Biotopvernetzung, zum Gewässerschutz, zur Schaffung und zum Schutz von Biotopen sowie zur ökologischen Wasserrückhaltung in der Fläche durchgeführt. Diese leisten langfristig auch einen Beitrag zum Hochwasserschutz.

Maßnahmen

Anlage von Pufferstreifen entlang eines Grabens und entlang von Altwassern

Gewässer mit Pufferstreifen
Gewässer mit Pufferstreifen

Ein besonderes Augenmerk gilt den Gewässern im Umsetzungsgebiet. Ein Ziel ist es, entlang der Bäche, Gräben und Altwasser des Stadtgebietes von Osterhofen möglichst viele Pufferstreifen und Biotope anzulegen. Durch die Anlage von Uferrandstreifen (z. B. Wiesenstreifen, Gehölzpflanzungen) wird der Erosions- und Nährstoffeintrag in die Fließgewässer vermindert. Für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten bleiben die Lebensbedingungen erhalten oder werden sogar verbessert. Pufferstreifen, die von Landwirten bereitgestellt, angelegt und gepflegt werden, sind ein erster Schritt, damit Bäche und Gräben wieder sauber werden. Hierür gibt es Förderprogramme.

Rückführung eines Pappelforstes in einen naturnahen Auwald bei Arbing

Bei Arbing wurde 2000/2001 die Rückführung eines artenarmen, gleichförmigen Bestandes aus Kulturpappeln in einen artenreichen, naturnahen Auwald eingeleitet. Außerdem wurden zwei Stillgewässer mit flachen Ufern angelegt. Die natürliche Vegetationsentwicklung stand im Mittelpunkt. Hierzu wurden punktuell standortheimische Gehölze gepflanzt.

Verbesserung der ökologischen Qualität des Haberdinger Baches

Der Haberdinger Bach
Der Haberdinger Bach

Ziel der Renaturierung und Biotopanlage am Haberdinger Bach war:

  • Sanierung des stark beeinträchtigten Fließgewässers
  • Schaffung von Gewässerrandstreifen
  • Verbesserung der Gewässerdynamik
  • Schaffung von Retentionsräumen
  • Schaffung von wertvollen Biotopen
  • Erhalt und Neuschaffung von Kleingewässern und Teichen als Amphibienlaichgewässer
  • Sicherung und Neuschaffung von Trockenstandorten, Hecken und Feldgehölzen
  • Verbesserung der Funktion als Trittsteinbiotop im Rahmen eines landesweiten Biotopverbundsystems
  • Bereicherung des Landschaftsbildes

Sicherung und Erweiterung eines Feuchtbiotopes bei Anning

Feuchtbiotop bei Anning
Feuchtbiotop bei Anning

Eine geschützte seggenreiche Nasswiese sollte durch die ökologische Aufwertung ihres direkten Umfeldes gesichert werden. Deshalb wurden im Sommer 2000 in der benachbarten Wiese drei Weiher als Laichbiotop angelegt. Drainagen wurden entfernt, sodass sich im Umfeld der Weiher Röhricht und Hochstaudenfluren entwickeln können.

Pflanzung eines Feldgehölzes nördlich von Wisselsing

Feldgehölzpflanzung
Feldgehölzpflanzung

Nördlich von Wisselsing wurde ein Feldgehölz angelegt. Bis die Bäume und Sträucher groß genug sind, werden sie durch einen Zaun vor Wildverbiß geschützt.

Biotopanlage und Renaturierung am Herzogbach

Für den Herzogbach wurde ein neues, mäandrierendes Hauptgerinne geschaffen, das abwechslungsreich mit Steilufern, Flachufern, unterschiedlichen Gewässerbreiten, Wurzelstöcken, usw. gestaltet wurde

Renaturierter Herzogbach
Renaturierter Herzogbach

Da keine Ufer- und Sohlbefestigung durchgeführt wurde, kann der Herzogbach in Zukunft seinen Lauf in diesem Bereich immer wieder verändern.

Der alte Bachlauf wurde von dem neuen Bachlauf abgeschnitten, indem er auf etwa 20 m Länge zugeschüttet wurde. Der übrige ehemalige Bachlauf blieb als Altwasser erhalten.

Renaturierung des Reisacher Baches

Der Reisacher Bach selbst war vor der Renaturrierung mehr oder weniger begradigt. Intensive Ackernutzung wurde bis an die Gewässerränder betrieben. Die Gewässersohle des Reisacher Baches war vertieft. Sie befand sich bis ca. 1,50 m unterhalb der angrenzenden Flächen. Der Bach floss in einem einförmigen Trapezgerinne. Die Wassertiefe bei Mittelwasser betrug etwa 10 cm bis 30 cm.

Der Reisacher Bach nach der Renaturierung
Der Reisacher Bach nach der Renaturierung

Im Rückstaubereich eines höher gelegenen Grünweges wurden zwei zum Bach hin auslaufende bis zu 50 cm tiefe Seigen angelegt. Eine weitere zum Bach hin auslaufende Seige wurde vor der Einmündung des Windhaggrabens in den Reisacher Bach modelliert.

Außerhalb des Überflutungsbereiches wurden drei etwa 250 m2 bis 500 m2 große Weiher mit Flachwasserzonen als Laichbiotop für Amphibien angelegt.

Öffentlichkeitsarbeit

  • Allgemeine Informationsveranstaltungen über die Landschaftsplan-Umsetzung
  • Fledermaus-Ausstellung
  • Vorträge über Fledermäuse in den Schulen
  • Vortrag über Biber
  • Pflanzaktion mit Schulen von Osterhofen und Altenmarkt am Haberdinger Bach
Pflanzaktion in Osterhofen
Im Frühjahr 2000 pflanzten die Schüler und Schülerinnen der 6. Klassen aus den Schulen Osterhofen und Altenmarkt 600 Bäume und Sträucher entlang eines etwa 600 m langen Abschnittes des Haberdinger Baches.

Ausstellung im Heimatmuseum

Ausstellungstafeln zur Landschaftsplan-Umsetzung in Osterhofen
Ausstellungstafeln zur Landschaftsplan-Umsetzung in Osterhofen

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