Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Gemeinde Marklkofen, Niederbayern

Unser Landschaftsplan zeigt, dass eine kostenbewußte Vorgehensweise und die Kooperation mit verschiedenen Akteuren die Akzeptanz und Effektivität der Landschaftsplanung fördern.

Anforderungen

Die Gemeinde Marklkofen ist (mit zwei Großunternehmen sowie zahlreichen Handwerks-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben) einer der größten Wirtschaftsstandorte im Landkreis Dingolfing-Landau. Gleichzeitig werden ca. zwei Drittel des Gemeindegebietes intensiv landwirtschaftlich genutzt. Auf den fruchtbaren Böden werden großflächig Mais und Zuckerrüben angebaut. Aufgrund der Anbaukulturen und des hängigen Geländes stellt Bodenerosion durch Wasser ein wesentliches Problem im Gemeindegebiet dar. Neben den ökologischen Folgen (v.a. Eintrag in die Gewässer, dadurch Verringerung von deren Wasser- und Lebensraumqualität, Beeinträchtigung von Abfluss und Retention) ist Bodenerosion auch ein ökonomisches Problem. Der Verlust von fruchtbarem Boden bedeutet Ertragseinbußen durch Mehraufwand an Düngung, die Aufwendungen für Gewässerunterhalt und Hochwasserschäden steigen. Bei der Landschaftsplanumsetzung war die Bodenerosion ein Schwerpunktthema.

Mit dem Mulchsaatverfahren wird eine dauerhafte Bodenbedeckung erzielt, der Abtrag kann um bis zu 90% verringert werden. Mit dem Anbau von Zwischenfrüchten erhöht sich der Anteil organischer Substanz: das Bodenleben wird verbessert, die Aufnahmefähigkeit für Wasser wird stark erhöht.

Mulchsaat
Mulchsaat

Als Anreiz für die verstärkte Anwendung des Mulchsaatverfahrens wurde eine eigene kommunale Förderung beschlossen. Die förderfähige Gebietskulisse wurde aus den Vorlagen der gemeindlichen Landschaftsplanung abgeleitet.

Finanziert wurde das Saatgut bei den Projektteilnehmern. Die Maßnahmen wurde (v. a. hinsichtlich der Fragen zur Förderung) mit dem Amt für Landwirtschaft abgestimmt. Die Landwirte wurden im Vorfeld in direkten Gesprächen sowie über die Ortsobmänner des Bauernverbandes beraten.

Ergebnisse

Das Förderangebot wurde von den Landwirten sehr gut angenommen: 14 Landwirte beteiligten sich bereits im ersten Jahr an der Aktion. Insgesamt konnten dadurch 140 ha Mulchsaatfläche gefördert werden.

Der Landschaftsplan wirkt mit dem Schwerpunktthema "Bodenerosion" in mehrerer Hinsicht:

  • Er leistet einen bedeutenden Beitrag zum Schutz von Boden und Gewässern
  • Er wird großflächig wirksam und hat eine Vorbildfunktion auch für andere Kommunen.
  • Der Landschaftsplaner wird zum Berater und Mittler zwischen Bürgern, Landnutzern, Fachbehörden und Gemeinde.
  • Die Gemeinde signalisiert ihre Verantwortung für die örtliche Landwirtschaft, erzeugt Vertrauen und verbessert damit die Akzeptanz der Landwirte für weitere ökologische Maßnahmen.
Schema zur Erläuterung
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Schema zur Erläuterung

Der Landschaftsplan der Gemeinde Marklkofen ist ein Baustein einer konsequenten strategischen Entwicklung, die auch die Bürger weitgehend über Arbeitskreise und Projekte beteiligt.

Weitere Erfolge

Die Gemeinde verfolgte bei der Umsetzung des Landschaftsplans zwei wesentliche Ziele, auf die die zahlreich durchgeführten Projekte fußen:

  • Die Umsetzung der landschaftspflegerischen Maßnahmen sollte kostengünstig erfolgen, um die Maßnahmenplanung überhaupt realisieren zu können, aber auch um Akzeptanz vor Ort dafür zu schaffen (Beispiele: Verzicht auf hochwertiges, kostenintensives Pflanzgut zu Gunsten von Initialpflanzungen und Benjeshecken bei Gewässerrenaturierungen).
  • Wo möglich, wurden Projektpartner (Bürger, Vereine, Wirtschaftsunternehmen, Fachbehörden) gesucht und private Trägerschaften gefördert, z.B.
    • Projekt "Holz-Selbstbewerber": Hecken und Gewässerbegleitgehölze werden nach den Vorgaben der Landschaftsplanung gepflegt, die Kommune spart Geld für den Unterhalt und interessierte Bürger erhalten für ihren Pflegeeinsatz kostenloses Brennholz,
    • Projekt "Landwirtschaftlicher Modellbetrieb" mit einzelbetrieblicher Beratung zur Förderung von landschaftspflegerischen Maßnahmen.

Landschaftspflege auch bei den Jüngsten: Zur Einschulung erhielten die Schüler der Gemeinde "Begrüßungsbäume". Die Obstbäume werden von den Kindern gepflegt und natürlich auch beerntet!

Informationen zur Gemeinde und zum Landschaftsplan

  • Gemeinde Marklkofen
    Bahnhofstr. 5
    84163 Marklkofen
    Telefon: 08732/9119-0
    Telefax: 08732/9119-50
  • Gemeinde Marklkofen
  • Gemeindedaten
    Gemeindegröße: 4072 ha
    Einwohner: 3.722 (zum 31.01.2005)
    Ortsteile: 52
    Landkreis: Dingolfing-Landau
    Regierungsbezirk: Niederbayern
  • Lage im Naturraum Die Gemeinde Marklkofen liegt im Naturraum Isar-Inn Hügelland.
  • Daten zum Landschaftsplan 1998 -2002 Aufstellung des Landschaftsplanes mit gleichzeitiger Beauftragung der Landschaftsplanumsetzung
  • Bearbeitung Landschaftsplan
    Karlstetter Planwerkstatt mit Büro Franz Knogler
    Ringstr. 784163 Marklkofen/Aiglkofen
    Telefon: 08732/2763