Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Gemeinde Haibach, Niederbayern

Der Landschaftsplan schafft die Grundlagen für konkrete Maßnahmen zum Schutz der Kulturlandschaft.

Anforderungen

Die niederbayerische Gemeinde Haibach liegt ca. 30 km nordöstlich von Straubing innerhalb des Grenzlands zur Tschechischen Republik und zu den Nachbarregionen in Sachsen und Thüringen. Aufgrund der schwierigen räumlichen Standortbedingungen sowohl für eine ertragreiche Landwirtschaft als auch für entwicklungsfähige Gewerbeansiedlungen ist das Gebiet strukturschwach. Der Fremdenverkehr hat eine wirtschaftlich regionale Bedeutung, u. a. durch die teilweise Lage der Gemeinde im Naturpark Bayerischer Wald.
In den letzten Jahren ist es der Gemeinde gelungen, durch Bereitstellung von Wohnbauflächen einen Einwohnerzuwachs von ca. 4% zu erzielen. Auch weiterhin soll Bauland angeboten werden, so dass für die nächsten 10-20 Jahre eine weitere Einwohnersteigerung zwischen
9-14% in der Flächennutzungsplanung prognostiziert wird.

Heckenlandschaft bei Elisabethszell
Charakteristisch für die landschaftliche Eigenart der Gemeinde ist der Reichtum an Hecken. Ungefähr die Hälfte davon konzentriert sich in der Heckenlandschaft Elisabethzell (Seign, Pfarrerberg, Abendberg, Elisabethszell, Altenried und Leithen).

Neuntöter
Der Strukturreichtum bietet einer Vielzahl von seltenen und bedrohten Tierarten Lebensraum, u. a. Neuntöter und Dorngrasmücke.

Das Gebiet hat eine ausgesprochen vielfältige Naturausstattung mit Feuchtflächen verschiedenster Ausprägung sowie Trocken- bzw. Magerstandorten in den höheren Lagen der südlichen und östlichen Gemeindeteile. Diese besonderen Standortbedingungen bieten Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, z.B. das Haselhuhn.
Problematisch ist einerseits die Intensivierung der Grünlandflächen im Gebiet, andererseits die Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung auf den wenig ertragreichen feuchten bzw. trockenen Standorten und der damit verbundene Biotopverlust.
Die Gemeinde steht vor der Aufgabe, die Siedlungstätigkeit, eine leistungsfähige Land- und Forstwirtschaft und den Fremdenverkehr zu entwickeln, gleichzeitig aber die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und die kulturelle und siedlungsstrukturelle Identität des ländlichen Raums zu bewahren.

Ergebnisse

Der Landschaftsplan

  • liefert durch eine differenzierte Bestandsaufnahme der vorkommenden Biotope bzw. der Tier- und Pflanzenarten wichtige Entscheidungsgrundlagen,
  • bewertet die Standorte der geplanten Siedlungserweiterungen aus naturschutzfachlicher Sicht,
  • gibt Hinweise für die Ortgestaltung und die Einbindung der Orte in die umgebende Landschaft.

Der Landschaftsplan bindet durch einen "Runden Tisch" die Bürger in den Planungsprozess ein.

Weitere Erfolge

Bereits zu Beginn der Aufstellung des kommunalen Landschaftsplanes (1996) wurden parallel Maßnahmen zur Umsetzung des Landschaftsplans geplant. Seitdem wurden zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, u.a.:

  • 1997: Renaturierung Karpfenteiche Bachwies
  • 1998: Obstlehrgarten Haibach
  • 1999: Pflegekonzept Heckenlandschaft Elisabethszell, Infoblatt Heckenpflege, Themenkarten für die Schule Haibach
  • 1999/2000: Renaturierung Menach
  • 2001: Naturlehrpfad Elisabethszell
  • 2002: Öffnung Rieslgraben
Die Menach
Das während der Flurbereinigung in den 60er Jahren begradigte und befestigte Gewässerbett der Menach wurde im Rahmen der Umsetzungsmaßnahme "Menachrenaturierung" wieder naturnah gestaltet.

Der Rieslgraben
Der Rieslgraben, ein mäßig Wasser führender Quellbach, ist aufgrund seiner guten Gewässerqualität naturschutzfachlich sehr wertvoll. Auf einer Länge von 500 m ist er jedoch verrohrt, d.h. Gewässerdurchgängigkeit und Lebensraumfunktion sind unterbrochen. Im Zuge der Umgestaltung des Sportplatzes von Haibach eröffnete sich die Möglichkeit, zumindest eine Teilstrecke von 220 m zu öffnen und naturnah zu gestalten. Das Luftbild zeigt die Verrohrung (rot) und die Renaturierungsstrecke (blau).

Seit 1997 ist die Gemeinde Haibach Mitglied des Landschaftspflegeverbandes Straubing-Bogen e.V., um die Pflege und damit Erhaltung von nicht mehr regulär bewirtschafteten, jedoch aus Sicht des Naturschutzes sehr wertvollen Feuchtflächen und Magerrasen sicher zu stellen. Der Landschaftspflegeverband übernimmt die Organisation der Arbeiten und beantragt die für die Pflege notwendigen Finanzmittel aus Förderprogrammen des Freistaates Bayern und soweit möglich der Europäischen Union. Die Durchführung der Pflegemaßnahmen übernehmen meist ortsansässige Landwirte.

Informationen zur Gemeinde und zum Landschaftsplan

  • Gemeinde Haibach
    Wirntoweg
    94353 Haibach
    Telefon: 09961/1030
    Telefax: 09961/411
  • E-Mail senden E-Mail Kontakt
  • Gemeinde Haibach - Elisabethszell
  • Gemeindedaten
    Gemeindegröße: 3.236 ha
    Einwohner: 2.168 (Stand 31.12.2006)
    Landkreis: Straubing-Bogen
    Regierungsbezirk: Niederbayern
  • Lage im Naturraum Die Gemeinde Haibach liegt im Naturraum "Oberpfälzer und Bayrischer Wald", der sich in die naturräumlichen Untereinheiten Vorderer Bayrischer Wald (Gemeindeflächen östlich der Ortslage Haibach) und Falkensteiner Vorwald (Gemeindeflächen westlich der Ortslage Haibach) gliedert.
  • Daten zum Landschaftsplan
    1996: Aufstellungsbeschluss für Flächennutzungsplan mit gleichzeitiger Neuaufstellung des Landschaftsplanes.
    2000: Genehmigung des Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan
  • Bearbeitung Landschaftsplan:
    MKS Architekten-Ingenieure
    Mühlenweg 8
    94347 Ascha
    Telefon: 09961/9421-0
    Telefax: 09961/9421-29
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  • MKS Architekten-Ingenieure GmbH