Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Förderprogramme des Naturschutzes: Landschaftspflege, Vertragsnaturschutz

Die bayerischen Naturschutzbehörden wenden jährlich erhebliche Finanzmittel für Förderprogramme des Naturschutzes auf. Die Mittel werden dafür eingesetzt.

  • Über das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) im Offenland wird die pflegliche Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden, Äckern und Teichen in ökologisch wertvollen Gebieten gefördert. Land- und Teichwirte verpflichten sich, fünf Jahre lang die Flächen nach den Vorgaben des Naturschutzes zu bewirtschaften. Dabei können Grundleistungen wie die späte Mahd einer Wiese oder die extensive Beweidung flexibel mit Zusatzleistungen kombiniert werden. Beispielsweise werden auf einer Fläche bei der späten Mahd einer Wiese die Zusatzleistungen „Verzicht auf Düngung“ und „Verwendung eines Motormähers“ entsprechend honoriert. Dieses Baukastensystem schafft die Möglichkeit, spezifisch auf unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten sowie die Erfordernisse der Betriebe einzugehen.
  • Mit dem Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) im Wald sollen ökologisch besonders wertvolle Lebensräume wie Mittel- und Niederwälder, Alt- und Biotopbäume sowie Todholz gesichert werden. Kommunale oder private Waldbesitzer vereinbaren fünfjährige Waldumweltprogramme. Auch einmalige Maßnahmen, wie z. B. die Entnahme von Bäumen, können honoriert werden.
  • Über die Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinie (LNPR) werden investive Maßnahmen von Vereinen und Verbänden gefördert, die oftmals einer Nutzung über den Vertragsnaturschutz vorausgehen. So werden z.B. Trockenrasen entbuscht, bevor diese über den Vertragsnaturschutz beweidet werden. Auch gezielte Artenschutzmaßnahmen, wie z. B. die Neuanlage von Streuobstwiesen unterstützt diese Richtlinie.

Streuwiesenpflege mit einer Pistenraupe Bild vergrößern Streuwiesen beötigen regelmäßige Pflege, damit ihr Artenreichtum erhalten bleibt.;
Foto: Wilfried Löderbusch

Der Mitteleinsatz des Freistaats stieg von 250 000 € (1983) auf aktuell 15,5 Mio. €/Jahr. Hinzu kommen Ko-Finanzierungen der Europäischen Union von 12 Mio. € (Vertragsnaturschutzprogramm: Stand 2010). Mit diesem Budget werden derzeit ca. 2 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche naturschutzfachlich gefördert

Um einen möglichst effizienten Einsatz der Finanzmittel zu gewährleisten und um die Förderprogramme gegebenenfalls weiter zu verbessern werden Ausführung und Erfolg der geförderten Maßnahmen stichprobenartig kontrolliert.

Enzian Bild vergrößern Lungen-Enzian - eine typische Streuwiesenpflanze;
Foto: Dr. Andreas Zehm