Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Checkliste der Ascomycota (Schlauchpilze) Bayerns

Bearbeitet von Till R. Lohmeyer und Peter Karasch.

Zinnoberroter Prachtsbecherling Bild vergrössern Zinnoberroter Prachtsbecherling (Sarcoscypha coccinea). Foto: Walter Joswig

Nach der Veröffentlichung der Checkliste der Ständerpilze (Basidiomycota) von Bayern durch Dr. Helmut Besl und Prof. em. Dr. Bresinsky – beide Universität Regensburg – im Jahr 2009 war eine Übersicht der Abteilung Ascomycota (Schlauchpilze) die logische Weiterentwicklung. Schlauchpilze stehen nicht nur als Phytoparasiten wie beispielsweise Echte Mehltaupilze im Fokus der Forschung sondern finden in der medizinischen Anwendung z.B. als natürliche Grundstoffe für Antibiotika weltweite Beachtung. In allen Ökosystemen sind sie als Stoffumwandler (Saprophyten) für die Stoffkreisläufe unentbehrlich. Ihre funktionale Bedeutung als Symbionten von Pflanzen ist noch weitgehend unerforscht.

Die nun vorliegende vorläufige Checkliste ist das Ergebnis einer Auswertung der in den Datenbanken der Deutschen und Bayerischen Gesellschaft für Mykologie e.V. und wissenschaftlicher Literatur dokumentierten Ascomycota (Schlauchpilze) Bayerns.

Aufgrund der bisherigen Auswertungen wurden in Bayern seit ca. 1870 bis 2014 insgesamt 2.471 Arten von Ascomyceten dokumentiert.

Diese teilen sich vorläufig auf in

  • 1.244 Arten von Pezizales (Becherlingsartige) und Helotiales
  • 1.125 Pyrenomycetes s.l. (Brandkrustenpilze i.w.S.)
  • 102 Arten von Erysiphales (Echte Mehltaupilze)

Zusammen mit den 4.368 Arten der Ständerpilze (Basidiomycota) aus Besl & Bresinsky 2009 können für Bayern nun mindestens 6.839 Pilzarten notiert werden.

Die darin enthaltenen 614 Rostpilze (Uredinomycotina) und 102 Erysiphales werden zu den Kleinpilzarten gestellt, so dass wir aktuell von ca. 6.000 Großpilzarten in Bayern sprechen können. Bayern hat damit bundesweit die höchste, dokumentierte Artenvielfalt im Reich der Pilze. Nach wissenschaftlichen Auswertungen (vgl. Blackwell 2011) gibt es ca. 6 bis 10mal mehr Pilz- als Pflanzenarten auf der Erde. Bei mehr als 3.000 in Bayern nachgewiesenen Pflanzenarten können wir also von mindestens 18.000 Pilzarten aller Kategorien ausgehen.

Diese Zusammenstellung soll in den kommenden Jahren noch durch die Auswertung der Staatlichen Herbarien in München (M) und Regensburg (REG) vervollständigt werden. Für die nun vorliegende Version wurden umfangreiche Herbarauswertungen vorgenommen und damit neue Arten und Daten ergänzt.

Die Autoren sind für Ergänzungen und Korrekturhinweise dankbar. Bitte wenden Sie sich an ukuenkele@gmx.de .