Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Flechtenstandorte in Bayern

Truppenübungsplatz Bild vergrössern Truppenübungsplätze vermitteln einen Eindruck einer von Land- und Forstwirtschaft ungestörten Landschaft mit einer hohen Diversität an konkurrenzschwachen Arten (Bodenwöhr, Oberpfalz). Foto: Oliver Dürhammer

Flechten besiedeln Baumrinden, Felsen und offene Erdstellen. Beinahe alle flechtenreichen Standorte sind heute schützenswerte Biotope. So werden beispielsweise wertvolle Altbaumbestände oder Alleen durch bestimmte Flechtenarten besiedelt. Blockmeere oder Felsformationen sind die Spielwiesen dieser Spezialisten. Wo Blütenpflanzen kaum mehr Halt und Lebensgrundlage finden, fühlen sich diese Doppelwesen wohl. Die europaweit geschützten Blockmeere (FFH-Lebensraumtyp) sind fast ausschließlich durch diese Organismen charakterisiert. Flechtenreiche Kiefernwälder über mageren, sandigen Böden stellen heute in Bayern eine Rarität dar, die durch das Vorhanden sein der charakteristischen Strauchflechten aus der Gattung Cladonia ausgezeichnet sind. Jahrelang wurden Flechten für die Luftgütemessung heran gezogen, als in Zeiten des sauren Regens vor allem diese Organismengruppe durch starken Schwund von sich reden machte. Heute können wir auf Grund eutrophierender Abgase einen entgegen gesetzten Trend feststellen.

Viele Arten finden auch in die Großstädte zurück (beispielsweise Lungenflechte in München). Der Alpenraum stellt mit seinen besonderen klimatischen Verhältnissen einen Sonderstandort dar, der in Bayern für eine Vielzahl von spezialisierten, alpin verbreiteten Arten sorgt. Wenige säureliebende zentralalpin verbreitete Arten stehen hier einer Menge an kalkliebenden Arten gegenüber. Man muss sich auf einer Alpenwanderung nur einmal die Zeit nehmen an einem Felsen am Wegrand den vollkommen geschlossene Flechtenbewuchs anzusehen.

Blockmeer Bild vergrössern Blockmeere können nur noch von den größten Spezialisten besiedelt werden (Flechten am Bayerischen Plöckenstein). Foto: Oliver Dürhammer