Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Kulturlandschaft Bischofsreuter Waldhufen

Die unterschiedlichen Flur- und Dorfformen Bayerns sind Ausdruck der Besiedlungs- und Wirtschaftsgeschichte einer Landschaft und damit Teil des kulturhistorischen Erbes. So sind die Waldhufenfluren im Bayerischen Wald ein Zeugnis der Rodungsperiode im 17. und 18. Jahrhundert. Entlang des „Goldenen Steigs“ (einer Handelsstraße, die seit dem Mittelalter Passau und Böhmen verbindet) wurden planmäßige Siedlungen errichtet: Jede Siedlerfamilie bekam ein langgestrecktes Grundstück (eine sog. „Waldhufe“), das sie urbar macht und auf dem sie nahe des Steigs ein einfaches Holzhaus errichtet. Im Raum Bischofsreut ist die Grundstruktur einiger Waldhufendörfer mit ihren Waldhufenfluren noch erhalten.

Das Projekt „KulturLandschaftsMuseum Grenzerfahrung“ der Gemeinde Haidmühle ist ein BayernNetzNatur-Projekt zum Erhalt der Kulturlandschaft der Bischofsreuter Waldhufen an der bayerisch-tschechischen Grenze. Die traditionelle Kulturlandschaft hat aufgrund der Vielfalt an Lebensräumen, gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und der gut ablesbaren historischen Flurformen eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung. Vor Ort wurden interaktive Museumssteige eingerichtet, die zu den Höhepunkten der Bischofsreuter Waldhufen führen. Das LfU unterstützt diese Bemühung und hat ein Faltblatt erstellt, das einladen soll auf Entdeckungsreise in der historischen Kulturlandschaft zu gehen.