Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Genbank Bayern Arche - Einrichtung einer Samenbank für wild lebende Pflanzenarten

Der seit mehreren Jahrzehnten messbare Wandel der Biosphäre geht mit hohen Verlusten an Arten und der Zerstörung ganzer Ökosysteme einher. Als größte Bedrohung für die Artenvielfalt gelten Habitatveränderungen (Landnutzungswandel, Nutzungsaufgabe, Zersiedelung) die Aufdüngung von Böden und Gewässern, Schadstoffeinträge sowie die schwer absehbaren Auswirkungen der Klimawandels.

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Aufgrund dieser vielfältigen Bedrohungen der bayerischen Flora wurde im Oktober 2009 im Rahmen des Bayern Arche-Projekt des Bayerischen Umweltministeriums das "Projekt zum Aufbau einer Genbank für seltene und gefährdete Wildpflanzenarten Bayerns und solche, für die Bayern aufgrund seiner naturräumlichen Ausstattung innerhalb Deutschlands besondere Verantwortung trägt", ins Leben gerufen. Mit dieser Ex-situ-Genbank soll die genetische Vielfalt der Arten, welche die Voraussetzung für den Erhalt der Anpassungsfähigkeit in einer sich ständig ändernden Umwelt darstellt, gesichert werden. Das völlige Verschwinden einiger aufgrund fehlender oder unzureichender Schutzmaßnahmen besonders gefährdeter Arten kann so verhindert werden. Zudem soll im Rahmen dieses Projektes neben der Sicherung der Samen auch das Wissen über deren optimale Keimungsbedingungen erweitert werden, damit im Bedarfsfall eine rasche und hochwertige Wiederansiedlung erloschener Populationen bzw. eine Erweiterung bestehender aber stark gefährdeter Populationen gewährleistet werden kann. . Die Laufzeit dieses Projekts wurde 2013 nochmal um 2 Jahre verlängert.

Inhaltlich knüpft das Projekt an das Galionsartenprojekt des LfU und der Botanischen Gärten an. Es beinhaltet eine Vermehrung gefährdeter Arten in Botanischen Gärten. Beide Projekte sind Bausteine der Umsetzung der bayerischen Biodiversitätsstrategie.

Genbanken im Vergleich mit anderen ex situ- Erhaltungsformen

Die am ex situ- Artenschutz geäußerte Kritik bezieht sich meist auf die Problematik, dass in gärtnerischen Anzuchten eine große Anzahl an Individuen kultiviert werden müsste, um eine möglichst hohe genetische Vielfalt einer Population aufrechterhalten zu können. Dies ist aus Platzgründen oft nicht möglich. Bei lebenden Kulturen besteht des Weiteren die Gefahr genetischer Veränderungen wie künstliche Selektion, Maladaption, Inzucht, Hybridisierung, Akkumulation von Mutationen und genetische Drift.

Im Gegensatz dazu sind derartige Gefahren für die pflanzengenetische Vielfalt ebenso wie eine Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten oder Schädlingsbefall bei der ex situ- Erhaltungstechnik Genbank sehr gering oder nicht vorhanden.

Instandhaltung von Genbanken

Ex situ- Sammlungen können außerordentlich wertvoll werden, wenn es darum geht, ob eine Art ausstirbt oder nicht. Genbanken tragen schon heute beträchtlich zur Erhaltung alter Obst- oder Getreidesorten bei. Auch im Bereich des Naturschutzes liegen die Vorteile von Genbanken auf der Hand, denn nur mit ihnen ist eine qualitativ hochwertige ex situ- Erhaltung langfristig möglich. Sie ermöglichen die Sicherung von großen Individuenzahlen und damit einer hohen genetischen Vielfalt auf kleinstem Raum bei einer deutlich geringeren Kosteninanspruchnahme im Vergleich zur in situ- Erhaltung.

Somit stellt die Genbank für seltene und gefährdete Arten die optimale, weil leistungsfähigste und dabei kostengünstigste ex situ- Erhaltungsmethode als Ergänzung zum in situ- Schutz dar.

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Die Genbank Bayern Arche ist seit Mitte 2012 Partner des Projekts "Decade on Biodiversity" der Vereinten Nationen welches den Schutz der Artenvielfalt unterstützt.

Projektträger ist das Bayerische Landesamt für Umwelt. E-Mail: Ines Langensiepen.

Angesiedelt ist das Projekt an der Universität Regensburg, Institut für Botanik, die Projektleitung haben:

Durchgeführt wird das Projekt durch