Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Ergebnisse

Besammlungen

Grafik: Erläuterung im vorangehenden Text Bild vergrössern Anzahl der eingelagerten Arten und Akzessionen im Jahr 2013 hinsichtlich ihrer Kategorie auf der Roten Liste Bayerns

Nach vier Jahren Projektlaufzeit wurden im Auftrag der Genbank 478 Arten besammelt und eingelagert. Bei 170 Arten konnten mehr als eine Population besammelt werden, sodass insgesamt eine Zahl von 803 Akzessionen erreicht wurde. Darunter befinden sich 50% (= 84 Arten) aller in Bayern auf der Roten Liste als unter "vom Aussterben bedroht" geführten Arten.

Bayernkarte mit Verteilung der Zielarten in Bayern Bild vergrössern Geografische Verbreitung der Zielarten in Bayern und Anzahl an erfolgten Besammlungen zwischen 2010 und 2013

Des Weiteren wurden 2013 37 Arten dem Botanischen Garten Regensburg zur Nachzucht übergeben, von welchen nach erfolgreicher Nachzucht Samen gewonnen werden können.

Bei über 66% aller Akzessionen konnten mehr als 500 Samen gesammelt werden, wobei die Grenze von 500 Samen eine Richtlinie der optimalen Akzessionsgröße für seltene und gefährdete Arten darstellt. Bei 25% der Akzessionen waren sogar Besammlungen mit Samenmengen größer 5.000 Stück möglich.

Samenmenge

Grafik: Erläuterung im umliegenden Text Bild vergrössern Anzahl an Akzessionen in Abhängigkeit von der Samenmenge die bei der jeweiligen Akzession gesammelt wurde, Stand 2013

Untersuchungen mittels Röntgengerät ergaben jedoch, dass bei 21% der untersuchten Akzessionen mehr als 50% Samen entweder leer, von Schädlingen befallen oder tot waren. Bei 10% aller Akzessionen waren sogar mehr als 75% der Samen leer, befallen oder tot.

Keimungsexperimente

Bis Ende 2013 wurden an 300 gesammelten Arten 1400 verschiedene Keimtests durchgeführt, um die besten keimungsökologischen Bedingungen zu erfassen, da insbesondere bei den seltenen und gefährdeten Arten noch Forschungsbedarf besteht. Dieses Wissen stellt die Voraussetzung für eine spätere Wiederansiedlung im natürlichen Habitat dar. Im Anschluss an die Keimtest wurde ein Lebensfähigkeitstest (Tetrazolium-Tests) durchgeführt. Dadurch kann eine genaue Aussage bezüglich die Eignung der untersuchten Keimungsbedingung für die Akzessionen getroffen werden.

Arten, die trotz geeigneter Umweltbedingungen nicht keimen, werden als ruhend (dormant) bezeichnet. Dormanz besteht entweder bereits bei der Fruchtreife oder wird durch ungünstige Bedingungen hervorgerufen. Spezielle Behandlungen wie Stratifikation, Skarifikation und Nachreifen sind dann nötig, um die Dormanz aufzuheben.

Welchen Einfluss unterschiedliche Umweltbedingungen auf den Keimungserfolg von Pflanzen haben können, soll an folgendem Beispiel verdeutlicht werden. So wird bei der spät fruchtenden Lilienblättrigen Becherglocke (Adenophora liliifolia) das Auskeimen während der ungünstigen Wintermonate verhindert und erst durch mehrwöchige Kälteeinwirkung (Stratifikation) kann die Dormanz aufgehoben und die Samen zum Keimen gebracht werden.

Keimlinge in Petrischale Bild vergrössern Keimlinge in Petrischale

Arten, die trotz geeigneter Umweltbedingungen nicht keimen, werden als ruhend (dormant) bezeichnet. Dormanz besteht entweder bereits bei der Fruchtreife oder wird durch ungünstige Bedingungen hervorgerufen. Spezielle Behandlungen wie Stratifikation, Skarifikation und Nachreifen sind dann nötig, um die Dormanz aufzuheben.

Welchen Einfluss unterschiedliche Umweltbedingungen auf den Keimungserfolg von Pflanzen haben können, soll an folgendem Beispiel verdeutlicht werden. So wird bei der spät fruchtenden Lilienblättrigen Becherglocke (Adenophora liliifolia) das Auskeimen während der ungünstigen Wintermonate verhindert und erst durch mehrwöchige Kälteeinwirkung (Stratifikation) kann die Dormanz aufgehoben und die Samen zum Keimen gebracht werden.

Samen der untersuchten Art Adenophora liliifolia und deren Keimungserfolg in Abhängigkeit von den getesteten Keimungsbedingungen

Anzahl untersuchter Samen pro Variante N = 100. 22/14, 14/6 = fluktuierende Temperaturen (°C), 22/22, 14/14 = konstante Temperaturen, Strat = Stratifikation. Alle Versuche mit Tag/Nacht-Wechsel (14 h Licht, 10 h Dunkelheit).