Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Vegetation

Als potentielle natürliche Vegetation (PNV) der Niederterrasse gilt der Fingerkraut-Kiefern-Eichenwald (Potentillo-Quercetum), der für die grundwasserfernen Schotterflächen des Alpenvorlandes die typische Schluss-Waldgesellschaft darstellt. Je nach örtlicher Bodenbeschaffenheit ist der Übergang zu den typischen Eichen-¬Hainbuchenwäldern (Galio-Carpinetum) fließend, möglicherweise sind bestehende Kiefern-Eichenwälder in Folge der Beweidung entstanden und stellen damit bereits eine durch Verbiss und Nährstoffentzug entstandene Kulturwaldform dar.

Gemähte Magerrasen westlich des LfU-Südtrakts Bild vergrössern Neuinterpretation der Lechheidelandschaft am LfU

Auf den flachgründigen, steinigen Böden der lichten Kiefern-Eichenwälder und ausgedehnten Heiden entwickelten sich auffallend artenreiche Kalkmagerrasen, in deren Artenzusammensetzung sich die besondere naturräumliche Lage des Lechfelds widerspiegelt. Entlang des Flusslaufs aus den Alpen verschleppte (dealpine) kontinentale Pflanzenarten wachsen zusammen mit wärmeliebenden (submediterranen) Arten. Typische Baumarten sind: Kiefer (Pinus sylvestris), Eiche (Quercus robur), Winter-Linde (Tilia cordata), Hainbuche (Carpinus betulus), Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior), Eberesche (Sorbus aucuparia). Nur ca. 1km entfernt und bereits im engeren Bereich der Lechaue gelegen, befindet sich das Naturschutzgebiet "Stadtwald Augsburg", in dem sich bedeutende Reste der ehemals landschaftstypischen Vegetation erhalten haben.

Der Bewuchs auf dem aufgelassenen Flugfeld vor der Bebauung 1996 stellte eine Übergangsform von Glatthaferwiesen zu Halbtrockenrasen (bzw. Kalkmagerrasen) dar, der durch fortgesetzte Triftbeweidung entstanden war. Laut Biotopkartierung von 1979 war der Bestand durch eine ehemals sehr starke Beweidung relativ artenarm. Bei einem Rückgang der Beweidung bzw. der Aufgabe der Nutzung würde natürlicherweise eine Ansiedlung wärmeliebender Gebüsche (Liguster-Schlehen-Gebüsch) bzw. eine Umwandlung in arten-und kräuterreiche Halbtrockenrasen einsetzen.

Auf dieser Grundlage wurde der Rahmen für ein naturnahes Vegetationskonzept auf dem Gelände entwickelt. Die naturräumlichen Besonderheiten und Qualitäten sollten in den späteren Freianlagen spürbar werden - als eine Reaktion auf die Orts- und Landschaftsgeschichte und im Sinne eines ökologischen Ausgleichs für den baulichen Eingriff. Ganz konkret wurde Vegetation aus Naturschutzflächen des Stadtwaldes zum LfU-Gelände übertragen, hauptsächlich "Dürrenastheide" und "Königsbrunner Heide", aber auch die "Schießplatzheide" dienten als Spenderflächen.

Dürrenastheide

Die lechferne Dürrenastheide (Größe ca. 4ha) befindet sich etwa 1km nordöstlich des LfU. Sie gehört zu den wertvollsten Lechheiden der Umgebung. Seit Anfang der 80er Jahre wird sie regelmäßig durch Mahd gepflegt. Die Vegetation wird hier durch das Grundwasser kaum beeinflusst. Zu den floristischen Besonderheiten zählen Zwerg-Sonnenröschen (Fumana procumbens), Gemeine Kugelblume (Globularia punctata), Gefranster Enzian (Gentiana ciliata) und Silberdistel (Carlina acaulis).

Königsbrunner Heide

Die Königsbrunner Heide (Größe ca. 10ha) liegt am südlichen Stadtrand von Augsburg, knapp 10km vom LfU entfernt. Die seit etwa 10.000 Jahren bestehende Heide gehört zu den wertvollsten Trockenrasen des Lechfeldes. Sie ist oftmals eng mit wechselfeuchten Bereichen verzahnt und stellt so eine Besonderheit unter den Heiden dar. Bekannt ist sie durch das Massenvorkommen der Sumpfgladiole. Fand früher – wie auf allen Lechheiden – noch eine traditionelle Schafbeweidung statt, so wird die Königsbrunner Heide seit Ende der 70er Jahre nach naturschutzfachlichen Vorstellungen gepflegt.

Schießplatzheide

Das ehemalige Waldgebiet wurde 1880 gerodet, um einen Schießplatz anzulegen. Auf der gerodeten Fläche konnten sich seltene alpine, kontinentale und submediterrane Tier- und Pflanzenarten ansiedeln. Durch die militärische Nutzung zunächst als Exerzierplatz bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg als Schießplatz durch die amerikanischen Truppen wurde die Fläche immer wieder freigehalten. Der Schießplatz wird seit ca. 1980 nicht mehr militärisch genutzt und seitdem naturschutzfachlich gepflegt. Zu den Besonderheiten zählen Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis), Klebriger Lein (Linum viscosum) und Thymian-Widderchen (Zygaena purpuralis).