Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Station 8: Betonrecycling

Die Gestaltung an dieser Station ist ein gutes Beispiel, wie in einem nachhaltigen, ökologisch orientierten Planungskonzept die verschiedensten Aspekte von Standortbezug, Ressourcenschutz und Biodiversität zusammengefügt werden können. Die Geschichte des Ortes wird weitererzählt, in dem alte Spuren kenntlich bleiben, neue sich vielfältig mit den alten verschränken und allmählich ein neues Bild, neue Qualitäten formen.

Aufgerissene Betonplatten vom alten Flugfeld werden zu Trockenmauern und Steinhaufen als Eidechsenhabitate aufgeschichtet Bild vergrössern Betonrecycling zu Trockenmauern und Eidechsenhabitat

Die neu angelegten Magerrasen der Ausgleichsfläche sind überwiegend im Bereich der Betonpiste des ehemaligen Flugplatzes entstanden. Die rund 20cm dicken Betonplatten wurden abgebrochen und für die Verwertung zerkleinert. Umfassendes Recycling, geringer Energieeinsatz bei Bau und Transport, geringer Materialverbrauch für bauliche Maßnahmen waren von Beginn an wesentliche Planungsziele bei der Gestaltung der Außenanlagen. Durch das Aufschichten der abgebrochenen Platten zu Trockenmauern oder das Aufschütten kleinerer Bruchreste in Hinterfüllungen oder zu Steinhaufen konnte 2/3 des Abbruchmaterials im Gelände direkt wiederverwertet werden. Entstanden sind dabei Biotopstrukturen, die von Insekten, Spinnen, Vögeln, Reptilien gerne angenommen werden.

Trockenmauern begrenzen die Ausgleichsfläche nach Süden hin. Teilweise sind sie zu flächigen aber kompakten Steinsetzungen verdichtet und als gliedernde Elemente in die Rasenflächen gesetzt. An dieser Stelle sind sie zu einer komplizierten Abwicklung geformt, mit großer Oberfläche, vielen Nischen und Einfaltungen. Auf einem trogartigen Mauerkörper wird sich ein Rosendickicht als Unterschlupf für Vögel entwickeln. Daneben befindet sich eine Einladung an Eidechsen, sich hier anzusiedeln: meterhoch aufgeschüttete walzenförmige Steinhaufen ragen noch einmal so tief in den Boden hinein, sind konsequent nach Süden ausgerichtet, so dass sie sich in der Sonne gut aufheizen können - Eidechsen lieben solche Plätze.

Die kleinen Magerrasenflächen innerhalb dieser kleinteiligen Biotopstruktur erhalten ihrerseits eine Differenzierung durch die Variierung von Verschattung und Exposition. Die Heumulchandeckung auf den rein kiesigen Böden erfolgte 2012 und 2013 mit Mähgut der Dürrenast- und Schießplatzheide. Wegen der hier extrem trockenen Standortbedingungen ist die Vegetationsentwicklung bisher erst sehr langsam.