Dauerbeobachtung
Der Alte Flugplatz, neue Heimat für das LfU
Noch 1819 zogen sich die Lechheiden wie ein breites Band vom Zusammenfluss von Lech und Wertach nach Süden. Der Alte Flugplatz, heutiger Standort des LfU lag in diesem Band. Bis heute wurden mehr als 95% der damals noch vorhandenen Lechheiden zerstört.
Der Neubau des LfU führte zu Verlusten von naturschutzfachlich wertvollen Flächen. Als Kompensation für den Eingriff in die vorhandene Vegetation wurden die Außenanlagen naturnah angelegt und ökologisch wertvolle Flächen geschaffen. Detaillierte Informationen finden Sie unter "Ökologische und planerische Leitideen".
Warum wird die Dauerbeobachtung durchgeführt?
Eine regelmäßige Dauerbeobachtung ist nötig
- um die Entwicklung nachvollziehbar festzuhalten,
- um daraus Empfehlungen für die Herstellung naturnaher Außenanlagen an anderer Stelle zu erarbeiten,
- um die Pflegemaßnahmen zu dokumentierten, zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren und
- um Vergleiche mit anderen Flächen zu ziehen.
Was bedeutet "Dauerbeobachtung"?
In regelmäßigen Abständen (ca. 2 Jahre) werden alle auf den Untersuchungsflächen vorkommenden Pflanzenarten und ihr Deckungsgrad ermittelt. Die bei der Vegetationsaufnahme ermittelten Daten werden anschließend mathematisch ausgewertet und alle Ergebnisse grafisch dargestellt.
Untersuchungsflächen
Im Rahmen der Dauerbeobachtung wird nur ein Teil der hergestellten Varianten auf einer
4 m x 5 m großen Fläche beobachtet:
- 6 Dauerbeobachtungsflächen auf Trockenrasen mit drei Varianten
- 5 Dauerbeobachtungsflächen auf Halbtrockenrasen mit drei Varianten
- 1 Dauerbeobachtungsfläche auf Salbei-Glatthaferwiesen
- 1 Dauerbeobachtungsfläche auf Glatthaferwiesen
- 4 Dauerbeobachtungsflächen auf Dachflächen (2m x 2m) mit zwei Varianten
- Feucht- und Brachflächen werden nicht beobachtet.
Die Varianten beziehen sich auf unterschiedliches Substrat (Kies, Rotlage, Kies über Rotlage), unterschiedliche Herstellungsmethoden und Spenderflächen.
Spenderflächen
Informationen finden Sie auf der benachbarten Unterseite "Naturnahe Lebensräume".
Methoden
Vegetationstechnische Methoden
Bei der Herstellung der Freianlagen des LfU-Gebäudes kommen 4 verschiedene Techniken zum Einsatz:
- Heumulchbegrünung (naturnahe Flächen)
- Heudruschbegrünung (naturnahe Flächen)
- Ansaat (naturnahe Flächen)
- Staudenpflanzungen.
Dokumentation der Spenderflächen für Heudrusch- und Heumulchbegrünung
Vor der Gewinnung des Mähgutes wurden alle zum Zeitpunkt der Mahd potentiell Samen liefernden Arten ermittelt.
Ergebnisse
Abhängig vom Substrat finden sich auf den Flächen unterschiedlich hohe Deckungsgrade und Artenzahlen.
Auf allen Flächen erreichen die Ruderalarten im Jahr 2000 ein Entwicklungshoch und fallen danach kontinuierlich aus. Auffällig ist bei fast allen Flächen am LfU der hohe Anteil an Arten der wärmeliebenden Säume. Dieser resultiert aus dem späten Mahdzeitpunkt ab Ende August und lässt sich in den weiteren Jahren durch gezielte Vorverlegung des Schnittzeitpunktes regulieren.
Besonders positiv ist der gute Anteil an Arten der Roten Listen zu beurteilen, auch wenn es fast nur Arten der Vorwarnstufen und der Stufe 3 sind.
Bei allen Flächentypen gilt, das Entwicklungsziel ist noch nicht erreicht! Kein Wunder, geht man von einem Zeitraum von mehr als hundert Jahren aus, den natürlich entstandene Lechheiden für ihre Entwicklung benötigen!
